Suche

neuen Suchbegriff eingeben

 

E-Mail-Newsletter

Sie möchten immer direkt die neuesten Informationen zum Thema Demenz und häusliche Pflege erhalten? Fordern Sie unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter an.

E-Mail-Newsletter

Kontaktliste

Suchen Sie pflegende Angehörige in Ihrer Umgebung?

Kontaktsuche starten!

Demenz in Bewegtbild

Ein Sohn dankt mit diesem Video seiner demenzkranken Mutter

Video im Forum diskutieren...

Frontotemporale Demenz oder Pick-Krankheit ist für den Pflegenden besonders schwierig

Schriftgröße:

Hier kostenlose Praxis-Tipps per E-Mail!

close

 

Die Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine eher seltene Form der Demenz. Sie kann bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnen, tritt jedoch nach dem 70.Lebensjahr nicht mehr auf. Die Erkrankung wird durch einen fortschreitenden Nervenzellverlust im Stirnhirn (frontaler Kortex) und den Schläfenlappen (temporaler Kortex) des Gehirns verursacht. 

Der Krankheitsverlauf ist fortschreitend. Zu Beginn der Erkrankung sind sowohl eine Veränderung der Persönlichkeit als auch Verhaltensänderungen zu beobachten, das Gedächtnis und die Orientierung sind zu diesem Zeitpunkt kaum beeinträchtigt. Im Krankheitsverlauf verändert sich dies aber: Dann nimmt auch der Sprachverlust zu.  

Lesen Sie mehr über fronttemporale Demenz in "Leben lernen mit Demenz" .

Fronttemporale Demenz - Das sind die Symptome

Wenn Ihr Angehöriger an einer frontotemporalen Demenz leidet, erscheint er im Vergleich zu früher meist sorgloser und oberflächlicher, unkonzentriert und unbedacht in seinen Handlungen. Er vernachlässigt seine Pflichten und fällt durch Fehlleistungen, z. B. im Beruf, und emotionale Gleichgültigkeit auf. Es gibt zwei völlig unterschiedliche Symptomkomplexe: Zum einen ist der Erkrankte von Anfang an antriebslos und apathisch. Dann kommt es zu einem Rückzug aus dem Familien- und Freundeskreis, zur Vernachlässigung der Körperpflege oder Wohnung. Möglich ist auch, dass Ihr Angehöriger jegliches Interesse an seinen Hobbys verliert.

Oder Ihr Angehöriger kann durch fronttemporale Demenz in seinem Verhalten enthemmt, sozial unangemessen, taktlos oder aggressiv sein. Der krankheitsbedingte Verlust gesellschaftlicher Werte kann dazu führen, dass Ihr Angehöriger

  • kleinere Delikte begeht, z. B. einen Ladendiebstahl.
  • unbedachte finanzielle Transaktionen durchführt.
  • eine Esssucht und Heißhunger auf Süßes entwickelt oder nur noch ganz bestimmte Speisen zu sich nimmt. 
  • seinen Tagesablauf völlig gleichförmig gestaltet und bestimmte Aktivitäten wiederholt, z. B. sich mehrfach wäscht oder die unterschiedlichsten Dinge sammelt. 
  • ständig unangemessene Witze macht oder ohne Zusammenhang laut loslacht.
  • triebgesteuert ist und daher extrem distanzlos wird.

Typisch für die fronttemporale Demenz ist, dass mit oder nach dem Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten, z. B. einem Wutausbruch, eine Beeinträchtigung der sprachlichen Fähigkeiten mit einer Verminderung des Wortschatzes folgt, z. B. Wortfindungs- oder Sprachverständnisstörungen

Fronttemporale Demenz und die Probleme in der Pflege

Ein Mensch, der frontotemporale Demenz hat, hat keine Krankheitseinsicht. Das heißt, Ihr Angehöriger nimmt seine Veränderung nicht wahr. Die geringsten Probleme haben Sie als Angehöriger eines antriebsgeminderten Erkrankten. Diese verhalten sich meist freundlich bis ausdruckslos und sind leicht zu führen.

Sehr problematisch ist für Sie jedoch das enthemmte Verhalten Ihres Angehörigen. Und die Tatsache, dass Sie Ihren Angehörigen wegen der fehlenden Krankheitseinsicht nur schwer, z. B. durch gutes Zureden, beeinflussen können. 

Für Sie, als Bezugsperson, ist die Pflege eines Angehörigen, der fronttemporale Demenz hat im Vergleich zur Pflege von Alzheimerkranken stärker belastend. Denn Sie müssen mit

  • der Persönlichkeitsstörung und den Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens Ihres Angehörigen,
  • seiner gefühlsmäßigen Verflachung,
  • seinem Verlust des Taktgefühls und
  • seiner zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber dem Wert zwischenmenschlicher Beziehungen umgehen.

Übersicht: Fronttemporale Demenz - 5 Tipps wie Sie sich und Ihrem Angehörigen helfen können 

1. Tipp: Verhaltensänderungen erreichen Sie nur durch Behutsamkeit.

Wenn Ihr Angehöriger keine Krankheitseinsicht hat, müssen Sie mit viel Feingefühl Einfluss auf ihn nehmen. Ansonsten lösen Sie nur heftigen Widerstand aus. Anstatt z. B. zu sagen: „Du musst dich jetzt waschen“, kann es erfolgreicher sein zu sagen: „Hast du Lust, noch mal ein schönes Entspannungsbad zu nehmen?“

2. Tipp: Nutzen Sie die vorhandenen Fähigkeiten.

Bei der Frontotemporalen Demenz ist es ein eindeutiger Vorteil, dass im Gegensatz zur Alzheimer-Erkrankung die praktischen Fähigkeiten Ihres Angehörigen lange gut erhalten bleiben. Bieten Sie Ihrem Angehörigen Beschäftigungen an, die er selbst als sinnvoll ansieht, z. B. Zeichnen, Singen oder sportliche Aktivitäten. Das hilft, Ihren Angehörigen auszulasten, und kann Aggressionen mildern.

3. Tipp: Unterstützen Sie Ihren Angehörigen auch bei Aktivitäten, die Sie nicht verstehen.

Wenn Ihr Angehöriger Tätigkeiten bevorzugt, die Sie auf den ersten Blick für „unsinnig“ halten, z. B. stundenlanges Blättern in derselben Zeitung, lassen Sie ihn gewähren. Das kann zu seinem Wohlbefinden beitragen.

4. Tipp: Bei Antriebslosigkeit können Sie Ihren Angehörigen aktivieren.

Wenn bei Ihrem Angehörigen Antriebslosigkeit und Rückzugstendenzen vorherrschen, sollte seine Aktivierung im Vordergrund Ihrer Bemühungen stehen. Bieten Sie ihm Tätigkeiten an, die ihm angenehm sind, Wenn Sie seine Aktivität durch Lob positiv verstärken, kann das zu einer Verbesserung seines Antriebsniveaus führen.

5. Tipp: Suchen oder gründen Sie eine Selbsthilfegruppe.

Eine Angehörigengruppe bietet Ihnen emotionalen Rückhalt und hilft Ihnen dabei, Gefühle von Angst, Wut und Schuld abzubauen. In München gibt es eine vom Klinikum für Psychiatrie der Technischen Universität München initiierte Selbsthilfegruppe für Angehörige von Patienten mit frontotemporaler Demenz. Wenn es in Ihrer Region keine entsprechende Angehörigengruppe gibt, dann versuchen Sie doch selbst, eine solche zu gründen. In den meisten Städten gibt es Selbsthilfevereine, die Sie bei der Gründung einer Gruppe kostenlos unterstützen.

Weitere Tipps und Hinweise zum Thema fronttemporale Demenz finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .



Weitere Informationen

Dieses Produkt könnte für Sie interessant sein:

 
Leben lernen mit Demenz
12-teiliges Kursprogramm für Angehörige von Menschen mit Demenz.
 
 
 

Kommentare und Bewertung

Übermittlung Ihrer Stimme...
Artikel hat 3.1 von 5 Sternen erhalten (7 Bewertungen).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Wolfgang, 17.03.2011:
Eigentlich wollte ich 5 Sterne vergeben, kann das aber nicht mehr korrigieren: Schade!
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*