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So wählen Sie die richtigen Leistungen beim Pflegedienst aus

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Wer zahlt?

Ihr Angehöriger hat Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse, wenn er in eine Pflegestufe eingestuft ist. Die Pflegekasse stellt ihm dann je nach Pflegestufe einen festen Betrag entweder für die Pflegesachleistungen (Einsatz eines Pflegedienstes) oder das Pflegegeld (Pflege durch selbst organisierte [Privat-] Personen) zur Verfügung. Von diesem Geld sollen die benötigten Hilfen bezahlt werden. Benötigt Ihr Angehöriger mehr Leistungen als mit dem Betrag bezahlt werden können, muss er diese selbst finanzieren. Fehlt ihm das erforderliche Geld, kann er beim örtlichen Sozialamt einen Antrag auf „Hilfe zur Pflege“ stellen.

Weitere Informationen zum Thema Pflegedienst bei Demenz finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

So finden Sie den richtigen Pflegedienst

Bevor Sie einen Pflegedienst beauftragen, führt die Pflegedienstleitung mit Ihnen ein Erstgespräch. Machen Sie sich schon vor diesem Gespräch Gedanken über Ihre Erwartungen an den Pflegedienst. Sie sollten der Pflegekraft deshalb die Wünsche und Eigenheiten Ihres Angehörigen ausführlich schildern. Ihr Angehöriger wird dann auch schneller die vielleicht erst abgelehnte Pflege durch einen Fremden annehmen.
Tipp: Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, ob Sie in die Pflege eingebunden werden möchten oder ob Sie diesen Zeitraum für sich selbst nutzen wollen.

Wählen Sie in 6 Schritten den richtigen Pflegedienst aus:

1. Schritt: Besorgen Sie sich eine Angebotsübersicht der ambulanten Pflegedienste

Sie können bei Ihrer Pflegekasse telefonisch eine Liste der „Leistungskomplexe ambulanter Pflegedienste“ anfordern. Sie können die Leistungskomplexe aber auch im Internet über die Homepage ihrer Krankenkasse herunterladen. Auf der Liste, die Sie dann erhalten, finden Sie links die Bezeichnungen der Leistungskomplexe und rechts den jeweiligen Inhalt.

2. Schritt: Überlegen Sie, welche Hilfen Ihr Angehöriger benötigt

Um herauszufinden, welche Hilfen Ihr Angehöriger benötigt, hilft ein Pflegetagebuch. Listen Sie darin täglich die vielen kleinen Hilfen, die Sie leisten, auf. Das heißt, wenn Sie Ihren Angehörigen beim Gang zur Toilette begleiten müssen, notieren Sie das. Daneben schreiben Sie die Häufigkeit dieser Tätigkeit am Tag auf. Anders werden Ihnen viele Hilfen gar nicht bewusst. Legen Sie sich z. B. einen Block bereit, auf dem Sie über mehrere Tage alle Handgriffe und die Uhrzeit notieren. So können Sie auch tageszeitliche Schwankungen im Hilfebedarf feststellen, z. B. wenn Sie Ihren Angehörigen morgens mehr unterstützen müssen als abends. Überlegen Sie, welche Leistungen der Pflegedienst übernehmen soll und welche Hilfen Sie weiterhin selbst leisten wollen.

3. Schritt: Welchen Pflegedienst wollen Sie beauftragen?

Sie können jeden Pflegedienst beauftragen, der einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen hat. Eine Übersicht der in Ihrer Umgebung tätigen Dienste erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse. Vielleicht wird in Ihrem Bekanntenkreis schon ein Pflegedienst eingesetzt. Dann können Sie auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Sie haben die freie Wahl und natürlich können Sie den Anbieter auch wechseln, wenn Sie irgendwann nicht mit ihm zufrieden sind.

4. Schritt: Das Erstgespräch

Führen Sie mit mehreren Anbietern Erstgespräche. Nur so können Sie die Unterschiede der einzelnen Pflegedienste erkennen. Achten Sie darauf, dass Ihnen alles ausführlich erklärt wird. Die Pflegedienstleitung sollte sich Zeit nehmen und auf alle Ihre Fragen eingehen. Sie sind der Kunde und der Experte im Umgang mit Ihrem Angehörigen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Sie müssen sich beim Erstgespräch nicht entscheiden.

5. Schritt: Diese Inhalte sollte das Erstgespräch haben

Fragen Sie nach, ob sichergestellt ist, dass die Pflegekraft nicht täglich wechselt. Für Ihren Angehörigen ist Gleichförmigkeit wichtig. Nur regelmäßig wiederkehrende Pflegekräfte ermöglichen Ihnen und Ihrem Angehörigen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Klären Sie, wann die Pflege durchgeführt werden kann und ob der Zeitpunkt in Ihren Tagesablauf passt. Wenn Ihr Angehöriger z. B. lange schläft, sollte die Körperpflege auch erst am späten Vormittag durchgeführt werden.

6. Schritt: Vergleichen Sie die Angebote

Die Preise können für die gleiche Leistung variieren. Das sagt aber nichts über die Qualität des Pflegedienstes aus. Wichtiger ist, dass Sie auf die angebotenen Leistungen achten: Geht der Pflegedienst auf Ihre Bedürfnisse ein? Oder will der Pflegedienst nach „Gutdünken“ bestimmen, was für Ihren Angehörigen richtig ist? Stimmt die Häufigkeit der Leistung mit Ihren Wünschen überein? Kaufen Sie keine Leistungen ein, die Sie für unnötig halten.
Tipp: Wenn Sie Zweifel darüber haben, ob eine Leistung hilfreich ist: Probieren Sie es aus. Sprechen Sie mit dem Pflegedienst über Ihre Unsicherheit und lassen Sie sich beraten.

Lesen Sie mehr zum Thema Pflegedienst bei Demenz in "Leben lernen mit Demenz" .



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Kommentare und Bewertung

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Beate512, 11.05.2010:
Danke, das war ein sehr hilfreicher Artikel!
christine59, 23.01.2011:
Ihre Berichte sind sehr hilfreich, ich bedanke mich dafür.
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