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Technische Hilfsmittel, die Ihnen die Pflege erleichtern

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Die Pflege Ihres Angehörigen ist nicht nur psychische Schwerstarbeit. Je nach Stadium der Demenz Ihres Angehörigen kann die Pflege für Sie zu einem körperlichen Kraftakt werden. Ihr Angehöriger kann, z. B. auch aufgrund weiterer Erkrankungen oder wegen seiner Unfähigkeit Handlungsabläufe umzusetzen, körperliche Hilfe bei der Mobilisation und anderen Aktivitäten des täglichen Lebens benötigen. Wenn Sie hier Hilfsmittel einsetzen, fördern Sie die Selbstständigkeit ihres Angehörigen und erleichtern sich die Arbeit. 

Lesen Sie mehr zum Thema technische Hilfmittel in "Leben lernen mit Demenz" .

Kleine Werkzeuge, aber große Hilfe

Grundsätzlich unterscheidet man kleine Hilfsmittel von technischen Hilfsmitteln. Zu den technischen Hilfsmitteln gehören z. B. Pflegebetten und Liftersysteme. Kleine Hilfsmittel sind dagegen z. B. Anti-Rutsch-Matten, die das Wegrutschen der Füße Ihres Angehörigen beim Aufstehen verhindern. Gerade bei der Pflege können schon kleine Dinge einen großen Nutzen für Sie und Ihren Angehörigen bedeuten. 

Wenn Sie ein kleines Hilfsmittel selbst kaufen wollen, vergleichen Sie die unterschiedlichen Preise und Produkte der verschiedenen Anbieter. Sie können sich z. B. im Sanitätshaus eine Auswahl verschiedener Hilfsmittel ansehen und erklären lassen.

Hinweis: Auch kleine Hilfsmittel sind vom Hausarzt verschreibungsfähig. Sie können Sie aber auch direkt bei Ihrer Pflegekasse beantragen, wenn sie allein der Erleichterung der Pflege dienen.

Lassen Sie sich die Anwendung zeigen

Egal, ob es sich um ein technisches oder kleines Hilfsmittel handelt: Grundsätzlich sollten Sie jedes medizinische Hilfsmittel nur nach einer sach- und fachgerechten Einweisung anwenden. Die Einweisung durch geschulte Mitarbeiter sollte Ihnen das Sanitätshaus bzw. der Lieferant des Hilfsmittels anbieten. Sie kann aber auch z. B. durch professionelle Pflegefachkräfte Pflegefachkräfte vorgenommen werden. Bietet Ihnen das Sanitätshaus keine Einweisung an, schrecken Sie nicht davor zurück, diese einzufordern! Ihr Lieferant des Hilfsmittels ist nach dem Medizinproduktegesetz und den zugehörigen Verordnungen gesetzlich verpflichtet, Sie in die Anwendung einzuweisen.

Tipp: Die Pflegekassen bieten für pflegende Angehörige kostenlose Kurse an. Hier lernen Sie nicht nur Grundlagen der Pflege. Sie erhalten auch Tipps für den Einsatz und Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln. Nutzen Sie dieses Angebot!

Üben Sie den Umgang mit einem Hilfsmittel

In der Regel ist es nicht so, dass Sie ein Hilfsmittel direkt nach der Einweisung auch professionell anwenden können. Den Umgang mit einem Hilfsmittel müssen Sie üben. Nur dann Technische Hilfsmittel, die Ihnen die Pflege erleichtern kann dieses seinen Zweck – Ihnen die Pflege zu erleichtern – auch erfüllen. Wenn Sie ein Hilfsmittel falsch anwenden, kann es sowohl Ihrem Angehörigen als auch Ihnen selbst mehr schaden als nutzen. Darüber hinaus führt eine falsche Anwendung oft dazu, dass Sie die bezweckte Erleichterung der Pflege gar nicht zu spüren bekommen.

Um zu üben, sollten Sie das Hilfsmittel zuerst mit einem gesunden Menschen, z. B. Ihren Kindern, Ihrem Nachbarn, oder in einem Pflegekurs, ausprobieren. Seien Sie gründlich, wenn Sie die Anwendung üben. Fragen Sie Ihren Übungspartner auch, wie er sich bei der Anwendung fühlt.

Tipp: Begeben Sie sich auch selbst einmal in die Rolle Ihres Angehörigen. Lassen Sie einen Partner das Hilfsmittel bei Ihnen ausprobieren. Nur so können Sie seine möglichen Ängste verstehen und auch besser damit umgehen.

Übersicht: 9 Tipps für Ihren Einsatz von Hilfsmitteln

1. Tipp: Üben Sie den Einsatz des Hilfsmittels gründlich an einer gesunden Person, bevor Sie es bei Ihrem Angehörigen einsetzen.
2. Tipp: Erklären Sie Ihrem Angehörigen genau, was Sie vorhaben, bevor Sie ein Hilfsmittel einsetzen.
3. Tipp: Nutzen Sie die vorhandenen Fähigkeiten Ihres Angehörigen. Das entlastet nicht nur Ihren Rücken, sondern stärkt auch das Selbstwertgefühl und die Restmobilität Ihres Angehörigen.
4. Tipp: Überschätzen Sie nicht Ihre eigenen Kräfte.
5. Tipp: Wenn es Ihnen möglich ist, verrichten Sie schwere Arbeiten mit einer zweiten Hilfsperson.
6. Tipp: Bei Hilfen in und am Bett denken Sie daran, das Bett auf die richtige Arbeitshöhe einzustellen. Sie können das Bett z. B. mit stabilen Vierkanthölzern erhöhen, wenn Sie kein Pflegebett haben.
7. Tipp: Vermeiden Sie Drehbewegungen Ihrer Wirbelsäule, wenn Sie Lasten heben müssen.
8. Tipp: Legen Sie Schmuck, Uhren und Ringe ab, um Ihren Angehörigen bei Hilfestellungen nicht zu verletzen.
9. Tipp: Wenn Sie lange Haare haben, binden Sie diese zusammen, damit Ihr Angehöriger nicht danach greifen kann.

Übersicht: Kleine Hilfsmittel zu Ihrer Entlastung bei der täglichen Pflege Ihres Angehörigen

Bettleiter

Vielleicht kennen Sie aus Ihrer Kindheit noch die Hängeleitern an Baumhäusern. Eine Bettleiter erinnert an so eine Leiter. Sie kann aus verschiedenen Materialen mit Sprossen oder Schlaufen bestehen und ist in Längen von ca. 110 bis 150 cm erhältlich. Die Bettleiter wird am Fußende des Bettes befestigt und hilft Ihrem Angehörigen, sich im Bett selbst aufzurichten. Das unterstützt seine Selbstständigkeit und entlastet Sie als Pflegenden.

Anti-Rutsch-Matte

Eine Anti-Rutsch-Matte sieht im ersten Moment wie ein Platz-Set aus Kunststoff aus. Sie besteht aber aus einem rutschhemmenden Material. Die Anti-Rutsch-Matte verhindert, dass die Füße Ihres Angehörigen z. B. beim Aufstehen wegrutschen.

Rutschbrett

Das Rutschbrett ist aus Kunststoff und hat eine glatte Oberfläche und eine rutschhemmende Unterseite. Mit Hilfe des Rutschbrettes kann sich Ihr Angehöriger z. B. selber vom Bett zum Rollstuhl oder umgekehrt ziehen oder schieben. Kleinere Höhenunterschiede können selbstständig oder mit Ihrer Hilfe leichter überwunden werden. Sorgen Sie – wenn möglich – immer für ein leichtes Gefälle.

Haltegürtel

Ein Haltegürtel besteht aus flexiblen, waschbaren Kunstfasern, z. B. Nylon. Er dient dazu, Ihren Angehörigen beim Aufstehen, Gehen und Setzen zu unterstützen. Zum einen können Sie den Haltegürtel Ihrem Angehörigen eng um die Hüfte legen und haben ihn so sicher „im Griff“. Sie können auch vorhandene Gürtel an der Hose nutzen. Sie können sich den Haltegürtel aber auch selber anlegen und Ihrem Angehörigen damit die Möglichkeit geben, sich daran festzuhalten.

Drehscheibe

Eine Drehscheibe ist eine fest am Boden haftende Scheibe, auf der eine weitere Scheibe liegt. Die obere Scheibe kann in jede Richtung gedreht werden. Das System ähnelt einem drehbaren Tortenteller. Eine Drehscheibe erleichtert Ihnen das Umsetzen Ihres noch stehfähigen Angehörigen z. B. vom Bett in den Rollstuhl. Sie können Ihren Angehörigen auf der Drehscheibe stehend in jede gewünschte Richtung drehen. Die Drehscheibe sollten Sie nur einsetzen, wenn Sie den Umgang mit ihr sehr gut geübt haben. Zudem muss Ihr Angehöriger den Einsatz tolerieren. Die Drehscheibe müssen Sie regelmäßig warten und reinigen, weil sie sonst schnell schwergängig wird.

Gleitmatte

Gleitmatten sind Stoffschläuche, zumeist aus Ballonseide oder ähnlichen Materialien. Im Grunde ähneln sie Schlafsäcken. Sie sind jedoch an beiden Enden offen. Gleitmatten helfen Ihnen, vor allem wenn Ihr Angehöriger bettlägerig ist, seine Position zu verändern. Die Matte vermindert die Reibung zwischen Ihrem Angehörigen und der Unterlage. Sie können Ihren Angehörigen leichter bewegen und brauchen dazu weniger Kraft. Viele Gleitmatten können Sie, weil sie aus Stoff sind, im Bett lassen. So können Sie durch Ziehen oder Schieben an der Matte leicht kleine Lageveränderungen durchführen. Das ist wichtig, um Druckgeschwüren (Dekubitus) vorzubeugen. Die Gleitmatte können Sie auch bei der Mobilisation z. B. vom Bett in einen Rollstuhl nutzen.

 

    

Hinweis: Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend. Es gibt darüber hinaus noch weitere kleine Hilfsmittel, über die Sie sich z. B. in Ihren Sanitätshäusern erkundigen können.

 
   

In "Leben lernen mit Demenz" finden Sie weitere Informationen zum Thema technische Hilfmittel.



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