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Heike Bohnes - Moderatorin des Forums

"Hallo! Ich bin Heike Bohnes, staatlich anerkannte Altenpflegerin, Diplom-Sozialarbeiterin und geprüfte Sachverständige für Pflege. Im Forum begleite ich Sie mit professionellen Tipps und Ratschlägen."



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Demenz in Bewegtbild

Ein Sohn dankt mit diesem Video seiner demenzkranken Mutter

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Sachsens Pflegestützpunkte heißen Telefon und Internet

Der Freistaat Sachsen verkündete im Oktober 2008, dass er keine Pflegestützpunkte aufbauen will. Das Sozialministerium, die Leistungserbringer und die Pflegekassen waren sich einig: Es sei weder notwendig noch zielführend, für den Rechtsanspruch auf Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen eine neue, kostenintensive und bürokratische Struktur aufzubauen.

Es sollten die vorhandenen Beratungsangebote durch Pflegedienste oder durch Berater der Pflegekassen ausgebaut und besser miteinander vernetzt werden.

Jetzt hat der Freistaat sein Projekt zur Pflegevernetzung in der Pflegeberatung gestartet. Das Sozialministerium Sachsen, die sächsischen Pflegekassen, der Sächsische Städte- und Gemeindetag und der Sächsische Landkreistag haben dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Die mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz vorgeschriebene Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ist über das Internetportal „PflegeNetz“ ( www.pflegenetz.sachsen.de ) und eine Telefonhotline organisiert.

Interessierte können sich aber auch persönlich von den Sozialämtern der Kreisfreien Städte und Landkreise sowie von den Pflegekassen beraten lassen. Die vernetzte Pflegeberatung biete nach Angaben des Sozialministeriums kürzere Wege und weniger Bürokratie, als dies im Rahmen von Pflegestützpunkten möglich sei.

Urlaub trotz Pflegebedürftigkeit

Wann haben Sie das letzte Mal von Ihrem Alltagsstress „abgeschaltet“ und Ruhe und Erholung gefunden? Sie können sich nicht daran erinnern und sind der Meinung, dass dies in Ihrem alltäglichen Umfeld auch gar nicht möglich ist? Dann sollten Sie Urlaub machen!

Viele pflegende Angehörige sind der Meinung, dass es keine Möglichkeit gibt, in ihrer Situation in den Urlaub zu fahren. Das stimmt so nicht. Da gerade pflegende Angehörige eine Auszeit benötigen um wieder physische und psychische Kräfte zu sammeln, können Sie den Urlaubsaufenthalt teilweise sogar über die Kurzzeitpflege oder das zusätzliche Betreuungsgeld mitfinanzieren.

Die gemeinnützigen Vereine „Ferien mit Pflege e. V.“ und „Urlaub & Pflege e.V.“ bieten pflegenden Angehörigen die Chance neue Kräfte zu sammeln während der Pflegebedürftige eine optimale Betreuung durch Fachkräfte erhält. So werden u.a. angeboten:

  • Gruppenreisen und Einzelreisebegleitung bis Pflegestufe III
  • Pflege und Betreuung durch Fachkräfte rund um die Uhr
  • Mobilitätshilfe für Rollstuhlfahrer und Menschen mit einer Behinderung
  • Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Pflegeeinrichtungen bei der Planung und Organisation von eigenen Gruppenreisen nach einem Baukastenkonzept.
  • Individuelle Beratung – auf Wunsch auch bei den Teilnehmern zu Hause
  • Ausnahmslos komfortable Reisebusse mit Lift
  • Barrierefreie Hotels
  • Pflege und Hilfe am Urlaubsort
  • Möglichkeit der Tagesbetreuung zur Entlastung pflegender Angehöriger
  • Qualifizierte Reisebegleitungen
  • Rahmenprogramme und Ausflüge sind größtenteils Bestandteil der Reise.

Schauen Sie doch einfach mal auf diesen Internetseiten nach einem für Sie passenden Angebot: www.ferien-mit-pflege.de / www.urlaub-und-pflege.de

Buch von Tilman Jens: „Demenz – Abschied von meinem Vater“

Das wohl umstrittenste Buch zum Thema „Demenz“ hat Tilman Jens geschrieben. Er beschreibt schonungslos den intellektuellen Niedergang seines Vaters. Der begnadete Rhetoriker und Schriftsteller, Walter Jens, verliert seine Sprache. Das wichtigste Werkzeug seines Lebens. Mit seinem Buch nimmt der Sohn Abschied. Er beschreibt den Weg eines „Virtuosen des Wortes“ durch den gnadenlosen Verfall. Die Schilderungen, z. B. wie Walter Jens immer wieder den Weg in seine Bibliothek findet, in der er dann ganz verloren vor sich hin zu dämmern scheint, haben mich berührt. Zeigen sie doch, dass da „noch etwas ist“. Nicht mehr greifbar für den Erkrankten und schmerzhaft für die Angehörigen. Die Hilflosigkeit des Sohnes gegenüber dem geistigen Verfall des Vaters ist förmlich zu spüren. Der Sohn glaubt, dass der Vater u. a. aus Scham über seine bekannt gewordene NSDAP-Mitgliedschaft krank wurde. Medizinisch gesehen ist das nicht haltbar. Ich bin jedoch nicht, wie viele Kritiker des Buches, der Ansicht, dass Tilman Jens seinem Vater damit die Schuld an seiner Erkrankung geben wollte. Vielmehr ist dieses Buch meiner Meinung nach der Versuch, eine Erklärung dafür zu finden, wie ein immer rege gehaltener Geist plötzlich so verkümmern kann. Es ist verständlich, dass der Sohn sich „seine Erklärung“ sucht. Vielleicht gelingt ihm nur so der Umgang mit der Erkrankung.

Tilman Jens bricht mit seinen Schilderungen ein Tabu. Denn seine Beschreibungen sind schonungslos und jedem Angehörigen eines Demenzerkrankten werden sie auf die ein oder andere Art bekannt vorkommen.

Von allen „Selbsterfahrungsbüchern“ zum Thema „Demenz“ unterscheidet sich dieses Buch durch die Sprache. Sie ist literarisch und hochwertig. (Tilman Jens: Demenz – Abschied von meinem Vater, 144 Seiten, Gütersloher Verlagshaus, ISBN: 978-3-579-06998-2, 17,95 EUR)

Alle wichtigen Informationen zu Demenz finden Sie in den Druckausgaben von "Demenz: Pflege und Betreuung zuhause" .

Psychisches Gleichgewicht schützt vor Demenz

Hui-Xin Wang und seine Kollegen vom Karolinska Institut in Stockholm haben in der Fachzeitschrift „Neurology“ die Ergebnisse einer Langzeitstudie veröffentlicht. Erforscht wurden die Auswirkungen von Psyche und Lebensstil auf das Risiko, an Demenz zu erkranken.
 
In der 6-jährigen Studie wurden 506 Frauen und Männer ab 78 Jahren untersucht. Diese Testpersonen füllten während des Untersuchungszeitraums regelmäßig Fragebogen zu ihren Charaktereigenschaften und sozialen Aktivitäten aus. Die Forscher stellten fest, dass 144 Personen im Verlauf der Studie eine Demenzerkrankung entwickelten.

Der Lebensstil beeinflusst die Psyche

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Probanden, die soziale Aktivitäten pflegten und sich als „gelassen“ und „entspannt“ empfanden, ein nur halb so großes Erkrankungsrisiko aufwiesen. Die Forscher bezeichneten ihre Ergebnisse als „äußerst überzeugend“.

Sie folgerten daraus, dass die Kombination aus sozialem Austausch und persönlichem positiven Umgang mit Stress das Risiko, an Demenz zu erkranken, möglicherweise senken kann.

Das Ergebnis sei unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildungsgrad oder anderen Erkrankungen. Die Forschergruppe betont allerdings auch, dass Sozialleben und Charaktereigenschaften eines Menschen nicht allein für die Entwicklung einer Demenzerkrankung verantwortlich sind. Das Erkrankungsrisiko wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Dennoch spielen Psyche und Lebensstil ganz offensichtlich eine Rolle. Und im Gegensatz zu genetischen Faktoren können Menschen ihren Lebensstil aktiv beeinflussen.

Fazit: Wenn Sie gut mit Stress umgehen können, eher gelassen sind und ein aktives Sozialleben führen, werden Sie laut dieser Studie also mit geringerer Wahrscheinlichkeit demenzkrank als Menschen mit einem hohen Stresspegel und geringem sozialen Austausch.

Quelle: Neurology, BBC News

Alle wichtigen Informationen zu möglichen Ursachen von Demenz finden Sie in den Druckausgaben von "Demenz: Pflege und Betreuung zuhause" .

So können Sie wegen der Pflege Ihres Angehörigen Steuern sparen

Die Pflege Ihres Angehörigen ist nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv. Oft fallen für Sie durch die Pflege Ihres Angehörigen auch zusätzliche Ausgaben an, z. B. die Fahrten zum Arzt oder Physiotherapeuten. Einen Teil solcher Kosten erkennt das Finanzamt als außergewöhnliche Belastung an.
 
Dazu müssen jedoch alle Ausgaben, die Sie geltend machen, notwendig und angemessen sein. Dann können Sie Ausgaben, z. B. für einen Betreuungsdienst oder eine Haushaltshilfe, bei Ihrer Einkommensteuer geltend machen.

Pflegekosten können außergewöhnliche Belastungen sein

Zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen zählen z. B. Aufwendungen für medizinische Hilfsmittel, Fahrtkosten zu Ärzten, Pflegedienste und Hilfen im Haushalt. Damit Sie beim Finanzamt alle Ausgaben geltend machen können, sollten Sie sich vom Arzt bescheinigen lassen, dass z. B. die Fahrt zum Arzt notwendig war. Auch für einen Pflegedienst und eine Haushaltshilfe müssen Sie Belege vorlegen.

Sie können bis zu 1.200 EUR absetzen

Für die Pflege- und Betreuungsleistungen, die Sie Ihrem Angehörigen finanzieren, können Sie eine Steuerermäßigung von bis zu 1.200 EUR erhalten. Damit soll das Engagement von Angehörigen anerkannt werden, die eine gewohnte Umgebung des Pflegebedürftigen sicherstellen. Das heißt: Sie nehmen z. B. regelmäßig einen Pflegedienst für Ihren Vater in Anspruch. Dieser kostet monatlich 720 EUR. Davon tragen Sie 300 EUR selbst. Die Aufwendungen von 3.600 EUR jährlich können Sie mit einer Rechnung und einem Zahlungsbeleg nachweisen. Dann erhalten Sie vom Finanzamt eine Steuerermäßigung von 20 % von 3.600 EUR = 720 EUR.

Alle wichtigen Informationen zu Pflegeeinstufung, Sachleistungen und Pflegegeld bei Demenz finden Sie in den Druckausgaben von "Demenz: Pflege und Betreuung zuhause" .

Hüftpolster schützen auch Ihren Angehörigen vor Knochenbrüchen

Eine aktuelle Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) in Bayern ergab, dass Hüftpolster ältere Menschen effektiv vor einem Schenkelhalsbruch schützen. Hüftprotektoren sind spezielle Hosen mit eingesetzten Polstern an den Seiten. Je nach Modell sind diese Polster aus hartem Kunststoff oder weicherem Schaumstoff. Die Polster mildern die Aufprallenergie bei einem Sturz. Der durch das Alter empfindliche Oberschenkelhalsknochen wird dadurch geschützt.

Die Studienergebnisse sind eindeutig

Die Zahl der Schenkelhalsbrüche bei den mit Hüftpolstern ausgestatteten Senioren war im Zeitraum Oktober 2006 bis August 2007 nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe ohne Polster. Die DAK-Studie hieß „Protekt Sturz“ und beschränkte sich nicht allein auf die Ausstattung der Teilnehmer mit Hüftpolstern. Die Teilnehmer wurden auch besonders betreut: In speziellen Kursen erlernten die Senioren praktische Übungen zur Vorbeugung von Stürzen. In der Broschüre „Sturzprävention“ fanden sie zusätzliche Tipps zum Thema „Bewegung, Ernährung und Gestaltung der Wohnung“.

Positive Nebeneffekte des Projektes

Ein weiteres Ergebnis der Studie überraschte die Initiatoren: Nicht nur sank die Zahl der Stürze, sondern auch die Sturzangst konnte reduziert werden. Eine Befragung der Teilnehmer ergab, dass sich 73 % mit den Hüftpolstern sicherer fühlten als vorher.

Durch die Reduzierung von Schenkelhalsbrüchen sinken auch die Behandlungskosten, die mit 500 Mio. bundesweit die drittgrößten Ausgaben im Krankenhausbereich ausmachen. Damit hat die Sturzvorsorge auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine große Bedeutung erlangt.

Hinweis:
Aufgrund des Erfolges will die DAK das „Sturz-Vorsorgepaket“ jetzt bundesweit anbieten.

Alle wichtigen Informationen zur Vorbeugung von Stürzen und Verletzungen bei Demenz finden Sie in den Druckausgaben von "Demenz: Pflege und Betreuung zuhause" .