Um Ihren Angehörigen mit Demenz optimal pflegen zu können, müssen Sie auf sich selbst achtgeben und auch immer wieder für eine Entlastung in Ihrem Alltag sorgen. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung, die Sie in Anspruch nehmen können.
Lesen Sie mehr über Entlastung in der Pflege in "Leben lernen mit Demenz" .
1. Tipp: Geben Sie Ihr Hobby nicht auf
Die meisten Pflegenden werden durch die Betreuung Ihres Angehörigen so in Anspruch genommen, dass Sie sich selbst vergessen und Ihre eigenen Bedürfnisse aufgeben. Haben Sie ein Hobby, können aber Ihren Angehörigen nicht allein zu Hause lassen? Sie benötigen stundenweise eine Betreuung? Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadtoder Kreisverwaltung, bei den örtlichen Verbraucherzentralen oder direkt bei den Wohlfahrtsverbänden nach so genannten niederschwelligen Betreuungsangeboten. Diese bieten z. B. einen Besuchsdienst an. Sie vereinbaren mit diesem Dienst Zeiten, in denen Ihr Angehöriger von Betreuungskräften besucht wird. Oder Sie bringen Ihren Angehörigen in ein „Erzählkaffee“ für Demenzkranke. Daran kann er an einem oder mehreren Tagen in der Woche teilnehmen. Diese Hilfen werden auf Stundenbasis abgerechnet. Der Stundensatz liegt in der Regel zwischen 10 € und 20 €.
2. Tipp: Tauschen Sie sich mit anderen pflegenden Angehörigen aus
In der Familie oder bei Freunden möchten Sie nicht immer über die Pflege oder Erkrankung Ihres Angehörigen sprechen. Es ist aber ein zentraler Lebensbestandteil und Sie möchten sich auch mal mit anderen Betroffenen austauschen? Mit jemandem, dem Sie nicht alles erklären müssen, der Sie versteht, weil er sich in der gleichen Situation befindet? In vielen Orten gibt es Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige. Hier kann Ihnen die Verbraucherzentrale oder die Pflegeberatung vor Ort passende Adressen nennen. Wenn Sie das Internet nutzen, können Sie auch hier über die Stichwörter „Demenz + Selbsthilfegruppe“ Kontaktadressen finden.
3. Tipp: Urlaub ist möglich
Sie möchten ohne Ihren Angehörigen in Urlaub fahren und Kraft sammeln? Sie benötigen dafür aber eine „Rundum- die-Uhr“ Versorgung? Dafür gibt es die Kurzzeitpflege. Sie melden Ihren Angehörigen für den geplanten Zeitraum entweder in einer speziellen Kurzzeitpflegeeinrichtung an oder nutzen einen Kurzzeitpflegeplatz, den fast jedes ortsansässige Pflegeheim anbietet. Sie erhalten die Kontaktadressen über Ihre Pflegekasse, die Pflegeberatung, das Branchenbuch oder direkt durch telefonische Nachfrage bei den Altenheimen. Die Pflegekasse übernimmt von den entstehenden Kosten für maximal 4 Wochen maximal 1.432 € im Jahr. Die Kosten für den Abhol- und Heimfahrdienst, die Unterkunft und Verpflegung sowie die so genannten Investitionskosten müssen von Ihrem Angehörigen selbst bezahlt werden. Erkundigen Sie sich bei der Einrichtung Ihrer Wahl vorher über die Höhe der Kosten.
Sie möchten gemeinsam Urlaub machen? Auch hier gibt es mittlerweile Angebote, die sich auf Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen spezialisiert haben. Erkundigen Sie sich in Ihrem Reisebüro nach diesen Urlaubsangeboten. Hotels, die sich spezialisiert haben, haben vor Ort Kooperationen mit Pflegediensten. Sie erhalten im Urlaub die gleiche Unterstützung wie zuhause. Diese wird ebenfalls von der Pflegekasse bezahlt.
4. Tipp: Sie möchten berufstätig bleiben?
Sie können Ihren Angehörigen auch während der Woche oder an einzelnen Tagen in einer Tagespflegeeinrichtung unterbringen. Die Öffnungszeiten sind meist von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Teilweise sind nach Absprache auch andere Zeiten möglich. Sie können hier nach Bedarf einen oder mehrere Tage vereinbaren, an denen Ihr Angehöriger dort den Tag verbringt. Die Tagespflege beinhaltet alle notwendigen Hilfen, die Ihr Angehöriger benötigt. Es wird gemeinsam zu Mittag gegessen und nachmittags Kaffee getrunken. Je nach Einrichtung hat Ihr Angehöriger die Möglichkeit, sich hinzulegen, ansonsten kann er sich mit anderen Gästen unterhalten, Zeitung lesen oder an Gemeinschaftsaktivitäten wie Gesellschaftsspielen teilnehmen. Wählen Sie die Einrichtung nach den Bedürfnissen Ihres Angehörigen aus.
5. Tipp: Planen Sie Freizeitaktivitäten, die Ihnen beiden Spaß machen
Ihr Angehöriger ist körperlich fit und hat einen starken Bewegungsdrang? Oder übt Ihr Angehöriger seinen Sport allein nicht mehr aus? Wie wäre es mit einer Freizeitaktivität, die Ihnen beiden Spaß macht? Gehen Sie doch gemeinsam spazieren. Schließen Sie sich einer Gruppe an, die sich regelmäßig zu ausgedehnten Spaziergängen trifft. Sie haben Bewegung an der frischen Luft, eine Unterhaltungsmöglichkeit und die Beaufsichtigung sowie Unterhaltung für Ihren Angehörigen auf mehrere verteilt.
Oder treiben Sie gemeinsam Sport: Vielerorts gibt es Kurse speziell für die ältere Generation, z. B. Wassergymnastik oder Turngruppen. Sie sollten auch den positiven Einfluss auf Ihre eigene Gesundheit nicht unterschätzen.
Ist Ihr Angehöriger erst am Beginn einer demenziellen Erkrankung, können Sie auch einen Kurs an der Volkshochschule, in dem er seine vorhandenen Fähigkeiten einbringen kann, z. B. einen Kochkurs, einen Malkurs o. Ä. aussuchen.
6. Tipp: Hier finden Sie Hilfe
In vielen Städten und Gemeinden gibt es mittlerweile Broschüren, in denen die verschiedensten Hilfsangebote speziell für Senioren aufgelistet sind. Sie finden darin alle nützlichen Adressen: von den ortsansässigen Pflegeheimen, die Kurzzeitpflege anbieten, Termine von Seniorenkaffees oder anderen Unterhaltungsangeboten. Aber auch von Beratungsstellen und Wohlfahrtsverbänden, von Selbsthilfegruppen oder kirchlichen Angeboten und Mobilen Sozialen Diensten. Die Broschüren liegen in der Regel in den Rathäusern oder Gemeindeverwaltungen an der Information aus oder Sie erhalten diese bei den örtlichen Verbraucherzentralen und Beratungsstellen.
Zusätzliche Informationen zum Thema Entlastung in der Pflege finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .
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