Bei Arzneimitteln der so genannten „besonderen Therapierichtungen“ Pflanzenheilkunde und Homöopathie sind die Fachleute nicht einheitlicher Meinung. Die Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Der unterstützende Einsatz bei Demenz wird teilweise empfohlen, teilweise wird von ihm abgeraten.
Hinweis: Da die hier vorgestellten Wirkstoffe medizinisch nicht anerkannt sind, werden sie auch nicht von der Krankenkasse übernommen. Sie müssen sie also aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen.
Mehr Informationen zum Thema "Homöopathische Mittel bei Demenz" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .
Eine Fülle dieser Wirkstoffe ist frei verkäuflich erhältlich. Sie werden als ergänzende Mittel gegen Alterserscheinungen, so genannte „Geriatrika“ oder „Anti-Aging-Mittel“, angeboten. Dazu zählen folgende häufig genutzte pflanzliche Wirkstoffe:
Ginseng / Ginkgo
Ginseng soll die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit stärken. Es soll auch ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern und dadurch die Lebensqualität von Patienten mit Demenz deutlich verbessern. Das Mittel wird aus den getrockneten Blättern des Ginkgobaumes gewonnen. Ginkgo-Präparate sollen sich auch zur Prophylaxe einer Demenz eignen.
Hinweis: Wissenschafter überprüften an Patienten in Londoner Arztpraxen, ob Ginkgo gedächtnisverbessernd ist. Sie gaben dazu einen Scheinwirkstoff und Ginkgo an 2 Kontrollgruppen. Bei der Gruppe, die Ginkgo erhielt, konnten sie jedoch keine wesentliche Verbesserung der Gedächtnisleistung verzeichnen. Die Studie wurde in diesem Sommer im International Journal of Geriatric Psychiatry veröffentlicht.
Rhodiola rosea-Pflanze (auch Rosenwurz genannt)
Dieser Pflanze wird ein positiver Einfluss auf die geistige und körperliche Leistungskraft des Menschen nachgesagt. Rhodiola rosea soll die Ausschüttung der Botenstoffe im Gehirn stimulieren und für das richtige Verhältnis aller Botenstoffe zueinander sorgen. Darüber hinaus soll sie eine adaptogene Wirkung, d. h. bessere Anpassung des Organismus an veränderte Lebensbedingungen, haben. Dies soll wiederum eine gesteigerte mentale Wachheit, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit bewirken. Stressbedingte Beeinträchtigungen der Hirntätigkeit sollen dadurch reduziert und Belastungssituationen besser verkraftet werden. Rhodiola rosea soll auch über antioxidative Inhaltsstoffe verfügen, die die Gehirnzellen vor dem Einfluss von Freien Radikalen bewahren. Lecithin
Lecithin stellt einen wichtigen Hauptbestandteil der Zellwände aller Lebewesen dar. Es besteht aus den Bausteinen Cholin und Inositol. Cholin ist ein Bestandteil der Botenstoffe unseres Nervensystems, die für die Reiz- bzw. Informationsweiterleitung im Körper erforderlich sind. Inositol beeinflusst den Fettstoffwechsel positiv. Lecithin soll die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses fördern und die Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Auch verschiedene Nahrungsmittel enthalten Lecithin, z. B. Sojasprossen, Eigelb und Innereien.Mistel
Die Mistel war die Heilpflanze des Jahres 2003. In der Schulmedizin konnte sie sich aber bisher nicht durchsetzen, da wissenschaftliche Studien fehlen. Hauptsächlich wird sie ergänzend zur Unterstützung der Krebstherapie eingesetzt. Mistel-Lektine, das sind zuckerbindende Proteine in der Pflanze, sollen das Allgemeinbefinden verbessern. Sie sollen Appetit, Gewicht, physische und psychische Form steigern sowie Schmerzen und Infektanfälligkeit verringern. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist problematisch, zumal die Nebenwirkungen, z. B. Kopfschmerzen, Fieber, Kreislaufstörungen, erheblich sein können. Knoblauch
Eine der ältesten Heilpflanzen der Welt. Knoblauch war bereits im alten Ägypten für seine vitalisierende Wirkung bekannt. Die Pflanze enthält Inhaltsstoffe, denen positive Wirkungen auf Herz, Gefäße und Gehirn zugesprochen werden. Durch diese positiven Eigenschaften soll er das Gedächtnis fördern und für geistige und körperliche Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter sorgen.
Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs sind umfassend erforscht. Dadurch werden sein positiver Nutzen auf Gefäße und Vitalität untermauert. Vor allem dem Alliin – einer pflanzlichen Substanz, die hauptsächlich im Knoblauch vorkommt – wird eine positive Beeinflussung des Cholesterinspiegels nachgesagt.
Hochkonzentrierter Knoblauch hat eine vitalisierende Wirkung auf die Gefäße, fördert körperliche und geistige Vitalität und unterstützt das Gehirn. (Empfohlene Tagesmenge: 4 – 6 g Knoblauch).Weißdorn
Seine Inhaltsstoffe zählen zu den wirksamsten Medikamenten der Naturheilkunde. Bekannt ist der Weißdorn vor allen Dingen für seine herzstärkende Wirkung. In vielen klinischen Studien wurde die Wirkung von Weißdorn bei Herzschwäche belegt. Die Studien und Forschungen konnten bisher aber nicht feststellen, welche Einzelsubstanz für die herzstärkenden Eigenschaften des Weißdorns verantwortlich ist. Das lässt vermuten, dass nicht eine einzelne Substanz, sondern die Summe der Wirkungen vieler unterschiedlicher Inhaltsstoffe entscheidend ist. Die nachfolgenden Wirkungen des Weißdornextrakts sind wissenschaftlich belegt:
- Erweiterung der Herzkranzgefäße
- Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels
- Stärkung der Pumpkraft des Herzmuskels
- positive Auswirkung auf die Herzfrequenz
- Senkung des Gefäßwiderstands
- Senkung der Empfindlichkeit des Herzmuskels gegenüber Sauerstoffmangel
- Minderung der Erregbarkeit des Herzens.
Hinweis: Für die beispielhaft aufgeführten und auch für weitere Wirkstoffe gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, ob sie tatsächlich zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung führen. Sie sollten sich deshalb bei dem behandelnden Arzt über den möglichen Nutzen für Ihren Angehörigen und die möglichen Vor- oder Nachteile der Wirkstoffe informieren.
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