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Mit „Snoezelen“ fördern Sie die 5 Sinne Ihres Angehörigen

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Der Begriff „Snoezelen“ oder auch „Snoozelen“ ist eine Kombination aus ,,snuffelen", das heißt so viel wie schnuppern oder schnüffeln, und „doezelen“, das so viel wie dösen oder schlummern bedeutet. Man kann diese Form der Sinnesanregung also mit etwas Entspannendem oder Ruhigem in Verbindung bringen. Es könnte auch einfach „sich wohl fühlen“ heißen.

Mehr Informationen zum Thema "Snoezelen bei Demenz" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

Erfunden wurde dieses „Sinnesangebot“ in den Niederlanden. Daher kommt auch der für uns ungewöhnliche Name. Das Gute ist: Sie benötigen zur Anregung der Sinne Ihres Angehörigen keine teuren Utensilien. Sie können Ihrem Angehörigen mit ganz einfachen Mitteln ein sinnliches Erlebnis bereiten. Die nachfolgenden Ideen sind nicht abschließend, sondern sollen auch Ihre Fantasie anregen. 

Mit Snoezelen die 5 Sinne Ihres Angehörigen anregen

Sinneseindruck

Sinnesreiz

Schmecken

Lassen Sie Ihren Angehörigen verschiedene Geschmäcker testen, beschreiben und / oder erraten: 

  • Bitter, z. B. Bitterstoffgranulat wie Urbitter® Bio-Granulat
  • Süß, z. B. Kandiszucker
  • Salzig, z. B. grobes Meersalz
  • Sauer, z. B. Ascorbinpulver

Fragen Sie Ihren Angehörigen, welche Erinnerungen er mit dem jeweiligen Geschmack verbindet.

Riechen

Düfte sprechen jeden Dementen auf einer sinnlichen Ebene an und öffnen so den Zugang zu seinem Inneren. Mit ätherischen Ölen, das sind                     hochkonzentrierte pflanzliche Essenzen, können Sie Düfte über verschiedene Anwendungen erzeugen: über Badezusätze, Körperpflegeöle, Inhalation über Duftlampen oder Duftsäckchen. 
Folgende Düfte bieten sich gerade für Demente an:

  • Zitrusfrüchte, z. B. Orange, Lemongras, Zitrone, wirken belebend und anregend.
  • Pfefferminze erfrischt und steigert die Konzentrationsfähigkeit.
  • Rosmarin wirkt anregend und stärkt die Nerven und das Gedächtnis.
  • Zimt und Vanille schaffen eine Raumatmosphäre, die an die Weihnachtszeit erinnert.

Finden Sie heraus, welcher Duft Ihrem Angehörigen ein angenehmes, geborgenes Gefühl bereitet. Sie können ihn die Düfte, z. B. mit Duftsäckchen, auch erraten lassen. Verwenden Sie in den Duftsäckchen z. B. schwerpunktmäßig Gewürze wie Zimt, Rosmarin, Vanille und fragen Sie ihn z. B., für welche Gerichte er diese benutzt hat. 

Fühlen

Durch Fühlen, die am frühesten entwickelte Sinneswahrnehmung, nehmen wir die Umwelt intensiv wahr. Wir reagieren auf Reize wie:

  • Druck
  • Wärme
  • Kälte
  • Berührung

Lassen Sie Ihren Angehörigen Gegenstände, z. B. Löffel, Tasse, oder Materialien, z. B. Leder, Teppich, die Sie in einen geschlossenen Karton mit Eingriff legen, durch Tasten und Berühren erraten

Tipp einer Abonnentin: Wir haben eine Patchworkdecke für die Knie genäht. Die Stoffstücke sind etwa 30 x 30 cm groß und aus unterschiedlichem Material: Samt, Seide, Jute, Wolle, flauschiger Stoff, ein angenähter Knopf, ein Reißverschluss eingearbeitet. Die Decke wärmt und wird von unserem Angehörigen viel betastet.

Sehen

Der gezielte Einsatz von Licht und Farben, z. B. im Schlaf- und Wohnzimmer, beeinflusst das Wohlbefinden und die Orientierung. Sie wirken             unbewusst auf das seelische und körperliche Befinden. Folgende Wirkungen werden Farben zugeschrieben:

  • Rot ist aktivierend und kann den Blutdruck erhöhen. Die Atmung und das Nervensystem können aktiviert werden. Rot gilt als warme Farbe.
  • Blau hat eine beruhigende Wirkung. Es senkt den Blutdruck und die Adrenalinproduktion. Muskelreaktionen verlangsamen. Blau gilt als kalte Farbe.
  • Gelb macht wach und stimuliert seelisch. Gelb kann je nach Tönung sowohl warm als auch kalt sein.
  • Grün soll keine Auswirkungen auf den Körper haben. Grün kann je nach Tönung sowohl warm als auch kalt sein.

Sie können Farben und Beleuchtung bei der Gestaltung der Wohnung gezielt einsetzen. Ist Ihr Angehöriger nicht mehr mobil, eignet sich z. B. ein Sternenhimmel an der Decke über dem Bett. Oder Sie setzen eine Lavalampe ein, um ihn durch die Beobachtung zu faszinieren. Lassen Sie sich z. B. die Figuren, die Ihr Angehöriger in der Lavalampe erkennt, beschreiben.

Hören

Akustische Reize haben Auswirkung auf die Motorik. Musik oder Klänge, z. B. Meeresrauschen, können Emotionen und Erinnerungen anregen. Eine Musik kann traurig oder fröhlich stimmen. Musik kann sogar bei Menschen, die bewusstlos sind, eine positive Wirkung haben.
Vermeiden Sie Dauerberieselung durch Radio oder CD. Üben Sie mit Ihrem Angehörigen die bewusste Wahrnehmung von Tönen, Klängen und Geräuschen. Nutzen Sie z. B. ein Regenrohr, Vogelgezwitscher oder ein Xylophon, mit dem er für ihn angenehme Geräusche auch selbst beeinflussen kann.



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Juppiu.Kara, 30.05.2010:
Interressant kann in den Altag gut eingebaut werden
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