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Bieten Sie Aufgaben und Auswahlmöglichkeiten an 

Durch kleine Aufgaben vermitteln Sie Ihrem Angehörigen das Gefühl, dass sein Leben einen Sinn hat und er Verantwortung trägt. Mit Auswahlmöglichkeiten, z. B. „Möchtest du die Kartoffeln schälen oder lieber die Terrasse kehren?“, geben Sie ihm das Gefühl, seinen Tag noch selbst gestalten und Einfluss nehmen zu können.

Nutzen Sie das Rhythmusgefühl Ihres Angehörigen

Es ist erwiesen, dass Menschen mit Demenz ihr Gefühl für Rhythmik auch in einem fortgeschrittenen Stadium noch nicht verloren haben. Tanzen und Musikhören können Ihren Angehörigen deshalb aufmuntern. Mit Musik sprechen Sie das emotionale Langzeitgedächtnis Ihres Angehörigen an. Suchen Sie deshalb Musik aus, die er aus seiner Vergangenheit kennt oder mit besonderen Ereignissen verbindet.

Zusätzliche Informationen zum Thema Snoezeln bei Demenz finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

Unterstützen Sie die Wahrnehmung und Mobilität

Wahrnehmung und Bewegung sind stark miteinander verknüpft. Das heißt, je weniger Ihr Angehöriger sich bewegt, umso weniger kann er wahrnehmen. Zudem fördert Bewegung das Denken und löst Anspannungsgefühle. Wenn Ihr Angehöriger zu wenig Bewegung hat, kann das bei ihm sogar Angst und Aggression auslösen. Sie können Ihren Angehörigen z. B. durch häufige kurze Spaziergänge aktivieren. Gehen Sie mit ihm möglichst immer die gleiche Strecke. Das fördert sein Gefühl von Kompetenz. Regen Sie aber auch seine Sinne und sein Gedächtnis an. Dazu können Sie Aufgaben benutzen, die Ihr Angehöriger von früher gewohnt ist, z.B. Kartoffelschälen oder das Waschen des Autos. Oder Sie nutzen Aktivitäten, die Sie früher gemeinsam ausgeübt haben, z. B. Singen oder Musizieren.

Lassen Sie Ihren Angehörigen ruhig laufen 

Wenn Ihr Angehöriger viel umherläuft, wäre es die schlechteste Lösung, ihm dies zu verbieten. Vielleicht drückt er mit diesem Umherwandern seine Unsicherheit aus. Geben Sie Ihrem Angehörigen dann das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit: Sie können ihn z. B. auf seinem „Weg“ begleiten. Damit können Sie ein Gefühl von Gemeinschaft herstellen. Zudem mildern Sie seine Unsicherheit. Es ist für Sie so auch leichter, ihn von seiner Unruhe abzulenken.

Unterstützen Sie auch den Tastsinn 

Fühlen und Bewegen bleiben auch bei einer Demenz lange Zeit erhalten. Wenn Ihr Angehöriger viel umherläuft und / oder an Sachen herumnestelt, kann das auch sein Versuch sein, seine Umwelt und sich selbst wieder besser zu spüren. Der Tastsinn ist für Ihren Angehörigen irgendwann das Einzige, worauf er sich verlassen kann. Mit ihm ist für ihn die Umwelt sozusagen noch „erlebbar“. Sie können Ihren Angehörigen mit wenigen Mitteln unterstützen, seine Umwelt über den Tastsinn neu zu erfahren. Nutzen Sie dazu z. B. die Fühlkisten und / oder Fühlbehälter aus unserer Bastelanleitung.

Trainieren Sie das autobiographische Gedächtnis

Wenn Sie gemeinsam Fotoalben betrachten, unterstützen Sie damit das Erinnerungsvermögen. Ihr Angehöriger kann – je nach Stadium seiner Erkrankung – anhand der Fotos dann auch nachvollziehen, wie sich vertraute Personen über einen längeren Zeitraum äußerlich verändert haben. Angehörige, die nicht so häufig zu Besuch kommen, bleiben länger im Gedächtnis und können eher wieder erkannt werden. 
Tipp: Nutzen Sie die Schatzkiste (s. Bastelanleitung), die uns eine Abonnentin empfohlen hat. Mit der Schatzkiste spricht die Abonnentin nicht nur das Langzeitgedächtnis ihres Angehörigen an, sondern trainiert auch sein Kurzzeitgedächtnis.
Es ist wichtig, das autobiographische Gedächtnis zu trainieren. Sie helfen Ihrem Angehörigen seine Identität zu bewahren. Der Blick in den Spiegel kann z. B. helfen, sich seines Alters bewusst zu sein. Nehmen Sie sich immer wieder Zeit für gemeinsame Erinnerungen. Um diese Gespräche über die Vergangenheit zu erleichtern, können Sie Chronik-Bildbände nutzen. Sie können Ihrem Angehörigen aber auch einen individuellen Bildband zusammenstellen. Kleben Sie eine Sammlung von Fotografien und Kopien wichtiger Dokumente in ein gebundenes DIN-A4-Notizbuch. Wenn die persönliche Chronik besonders schön aussehen soll, können Sie z. B. auch ein gebundenes Skizzenbuch aus dem Künstlerbedarfsladen benutzen. Viele Materialien finden Sie in Ihrem Haushalt Sie müssen aber nicht unbedingt teure Dinge kaufen, um die 5 Sinne Ihres Angehörigen anzuregen. Denn Sie können viele nützliche Dinge auch ohne handwerkliche Vorkenntnisse kostengünstig selbst herstellen. Dazu benötigen Sie nur ein wenig Geschick, etwas Kreativität und Ideenreichtum. Hier finden ein paar einfache Bastelanleitungen vor. Vielleicht bekommen Sie dadurch auch eigene Ideen, die speziell für Ihren Angehörigen sinnvoll sind. Setzen Sie diese ruhig um.

Übersicht: Bastelanleitungen für Material zur Anregung der Sinne Ihres Angehörigen

Duftsäckchen regen den Geruchssinn an 

Füllen Sie kleine Baumwollsäckchen mit in Duftöl getränkter Watte, Schaumstoff, z. B. mit Orangen- oder Vanilleöl. Geeignet sind auch alle Blüten oder Gewürze, z. B. Lavendelblüten, Rosmarinnadeln, die einen starken Geruch ausströmen. Die Säckchen sind weich und für Ihren Angehörigen angenehm. Benutzen Sie Düfte oder Gewürze, die Ihrem Angehörigen gefallen und ihm Geborgenheit vermitteln. Dann kann er den Duftsack mit sich herumtragen und daran riechen, wenn er es möchte. Oder er sorgt unter dem Kopfkissen für Entspannung beim Einschlafen. Sie können Ihren Angehörigen auch am Duftsäckchen riechen und erraten lassen, was er da riecht.

Fühlbehälter und Fühlbilder fördern den Tastsinn

Füllen Sie in bruchsichere Behälter, z. B. Schuhkartons oder Kunststoffdosen, verschiedene Fühlmaterialien. Es eignen sich z. B. Sand, Erde, Steine, Tischtennisbälle, Flaschenkorken, Teppichreste, Lederreste usw. Orientieren Sie sich auch am Beruf Ihres Angehörigen. Für eine ehemalige Sekretärin könnte z. B. eine Fühlkiste mit Stiften und / oder Zetteln interessant sein. Ihr Angehöriger kann dann in der Kiste jederzeit wühlen, graben und kneten. Fühlmaterialien finden Sie in Hülle und Fülle. Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Fühlbilder

Ein Fühlbild besteht aus einer Holzplatte, auf die Sie verschiedene Fühlmaterialien aufkleben. Sie benötigen neben der Holzplatte und den Fühlmaterialien doppelseitiges Klebeband, Dübel, Ösen, Wandhaken und Klebstoff. Hängen Sie die Fühlbilder in einer Höhe auf, damit Ihr Angehöriger sie auch gut anfassen bzw. befühlen kann. Besonders gut sehen die Fühlbilder aus, wenn Sie mit den Fühlmaterialien Themen gestalten, z. B. Wald- oder Unterwasserlandschaften. Sie können aber auch thematische Bilder gestalten, z. B. mit dem Thema Küche oder Keller. 
Tipp: Machen Sie mehrere, gleich große Bilder mit gleichem Abstand der rückseitigen Ösen. Dann können Sie die Bilder auch problemlos austauschen.

Musikinstrumente regen das Langzeitgedächtnis an

Sie können alle Instrumente, die Sie bereits haben, z. B. Triangel oder Xylophon benutzen. Einige Instrumente können Sie auch selbst herstellen, z. B. Rasseln aus Plastikbechern, Papp- und Plastikrohren und Konservenbüchsen: Füllen Sie die Behältnisse mit Erbsen, Reis, Linsen, Sand oder Steinchen und verschließen Sie sie fest. Die Geräusche, die diese Behälter durch Schütteln erzeugen, können für Ihren Angehörigen beruhigend oder anregend sein. 
Hinweis: Wenn Sie Konservendosen nutzen, müssen Sie scharfe Ränder unbedingt stumpf feilen oder einen entsprechenden abrundenden Dosenöffner benutzen. 

Regenrohre 

Sie können Regenrohre mit geringem Aufwand aus Kunststoffregenrinnen bauen. Sie benötigen eine beliebig lange Röhre, 2 Endstücke, rostfreie Nägel (Menge je nach Länge der Röhre), Leder- oder Teppichreste für die Umhüllung des Rohres und Füllmaterialien wie Reis, Linsen oder Erbsen. Die Nägel schlagen Sie von außen in die Röhre. Je mehr Nägel Sie benutzen, desto länger dauert das Regengeräusch. Füllen Sie die Röhre mit dem Füllmaterial und verschließen Sie sie an beiden Seiten mit den Endstücken. Verkleiden Sie das Rohr mit den Lederoder Teppichresten. Die unterschiedlichen Füllmaterialien in dem präparierten Rohr geben unterschiedliche akustische Geräusche. Probieren Sie es aus!

Wärmesäckchen und Sternenhimmel sorgen für Entspannung und Geborgenheit

Befüllen Sie weiche Baumwollsäckchen mit Getreide. Sie können diese Säckchen im Backofen (bei 100 °C ca. 15 Minuten) erwärmen. Die warmen Säckchen haben eine wohltuende und entspannende Wirkung auf Ihren Angehörigen. Hinweis: Achten Sie darauf, dass das Säckchen nicht zu heiß ist, wenn Sie es Ihrem Angehörigen geben.

Sternenhimmel

Der Sternenhimmel eignet sich besonders, wenn Ihr Angehöriger häufig im Bett liegt. Nehmen Sie ein großes dunkelblaues Tuch und versehen Sie es mit mindestens 4 Ösen für die Aufhängung an der Decke über dem Bett. Sie erhalten mit wenig Aufwand einstanzbare Ösen im Bau- oder Bastelmarkt. Dübeln Sie 4 Rundhaken so in die Decke, dass Sie das Tuch bauschig daran aufhängen können. Befestigen Sie das Tuch über dem Bett Ihres Angehörigen. Legen Sie dann eine beliebige Anzahl von elektrischen Lichterketten hinein. Werden die Lichterketten angeschaltet, leuchtet das Tuch wie ein Sternenhimmel. 
Hinweis: Das Tuch sollte waschbar und auch schwer entflammbar sein.

Tipp einer Abonentin: Die Schatzkiste zum Sammeln von Augenblicken

"Ich habe eine Schatzkiste angelegt. Es ist eine alte Kaffeedose. Darin sammeln wir Augenblicke. Wenn uns etwas zugestoßen ist, sei es etwas sehr Schönes oder nicht so Gutes, wird es auf kleine Zettel geschrieben. Irgendwann holen wir dann diese Dose und lesen die Zettelchen vor. Es sind wunderschöne Augenblicke. Die Dose steht neben dem Esstisch. Viele Augenblicke kommen wieder in Erinnerung – für alle."

Tipp: Je nach Ausprägung der dementiellen Erkrankung Ihres Angehörigen können Sie die Materialien auch mit ihm gemeinsam basteln.

Zum Thema Snoezeln bei Demenz finden Sie noch mehr Informationen in "Leben lernen mit Demenz" .



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