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Auswirkungen der Demenz im Alltag: Das erlebt Ihr Angehöriger

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Viele Menschen setzen Demenz mit Alzheimer gleich. Dabei ist Alzheimer nur eine Form der Demenz. Bei Alzheimer nimmt die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Hirn ab, weil die Nervenzellen, die für ihre Produktion verantwortlich sind, absterben. Diese Botenstoffe sind aber für all unsere Reaktionen und unser Denken wichtig. Der Grund für das Absterben ist die Ablagerung eines speziellen Eiweißes, die genaue Ursache ist noch ungeklärt.
Alzheimer ist mit etwa 70 % die häufigste Form der Demenz

Mehr Informationen zum Thema "Alltag mit Demenz" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

10 bis 15 % der Betroffenen leiden an einer vaskulären Demenz

Diese weitere Form der dementiellen Erkrankung ist auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen. Sie ist mit ca. 10 bis 15 % der Fälle die zweithäufigste Erkrankung. Körperliche Erkrankungen des Herzens, der Leber, der Nieren, der Lunge und Stoffwechselerkrankungen oder Alkohol- und Tablettenmissbrauch können also eine Demenz auslösen.

So individuell wie Sie und Ihr Angehöriger die Ausprägungen der Krankheit erleben, sind auch ihre Ursachen: Ärzte kennen über 70 Ursachen für die dauernde Geistesschwäche, die auf organischen Hirnschädigungen beruht.

Es gibt immer mehr Betroffene - Ihr Angehöriger ist nicht allein

Egal ob Präsident, Professorin, Kassiererin oder Handwerker: Demenz kann jeden treffen. Und sie trifft immer mehr. Sie und Ihr Angehöriger sind nicht allein in dieser Situation. In Deutschland sind derzeit etwa 1 Million Menschen an Demenz erkrankt. Nach Expertenschätzungen wird sich die Zahl bis zum Jahr 2020 verdoppeln.

Das haben Alzheimer und Demenz gemeinsam

Die wesentliche Gemeinsamkeit aller Demenz-Formen ist, dass sie eine Störung des Gedächtnisses zur Folge haben. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis, man könnte es auch „Gegenwartsgedächtnis“ nennen, lässt allmählich nach. Die Erkrankung wird im Laufe der Zeit immer schlimmer. Zunächst verläuft sie in „Wellenform“, d. h. es gibt Tage, da scheint sich Ihr Angehöriger recht gut zu fühlen und es gibt Tage, an denen er seine intellektuellen Fähigkeiten scheinbar gar nicht nutzen kann. Im Verlauf der Erkrankung kommen dann noch weitere Störungen hinzu, z. B. bei der Wortfindung, beim Rechnen oder der Raumwahrnehmung. Auch Persönlichkeitsveränderungen treten auf.

Verminderte Flexibilität und Konzentrationsschwäche

Ihr Angehöriger kann sich nur noch auf eine Sache konzentrieren und ist somit jeden Tag in der Situation, dass er etwas sieht, wahrnimmt, aber nicht erkennt was es ist oder wie er damit umgehen soll. So ist auch die Hilflosigkeit oder sogar Angst zu erklären, wenn Ihr Angehöriger auf eine einfache Anweisung von Ihnen wie z. B. „Geh doch schon mal ins Wohnzimmer.“ nicht oder sogar erbost reagiert, weil sich seine Aufmerksamkeit noch auf etwas anderes richtet. Überfordert fragt er sich wahrscheinlich, was Sie eigentlich von ihm wollen.

Seien Sie sich immer wieder der Situation bewusst in der Ihr Angehöriger sich befindet: Er wacht jeden Tag in einer für ihn fremden Welt auf und wird mit dieser umgehend konfrontiert. Da sind Reaktionen wie Angst, Unruhe oder der Impuls weglaufen zu wollen verständlich.

Reizüberflutung - Ihr Angehöriger ist verwirrt

Ein Mensch mit Demenz ist augrund seiner anderen Wahrnehmung der Umwelt schnell einer Reizüberflutung ausgesetzt. Das heißt, dass ihn eine Situation wie das gemeinsame Kaffeetrinken bei Radiomusik aus dem Hintergrund bereits überfordern kann. Wenn Sie sich in dieser Situation mit Ihrem Angehörigen unterhalten möchten, kann das zuviel für ihn sein. Viele Hintergrundgeräusche lenken Ihren demenzerkrankten Angehörigen ab. Er kann sich nicht mehr so konzentrieren, wie Sie. Hinzu kommt, dass viele Informationen in langen Sätzen für ihn schwer zu erkennen und verwirrend sind. 

Verhaltensauffälligkeiten treten im mittleren Demenzstadium auf

Zumindest im Anfangsstadium der Krankheit kaschieren viele Betroffene ihren Zustand: Sie versuchen, ihre Vergesslichkeit zu überspielen. Doch sie bekommen selbst mit, dass ihre geistigen Fähigkeiten nachlassen. Nicht selten hat das gerade im frühen Stadium eine Depression zur Folge.

Im mittleren Stadium der Demenz treten neben Überforderung und Aggressionen auch Weglauftendenzen auf. Weglauftendenzen entstehen weniger aufgrund von Überforderung, vielmehr sind es oft Erinnerungen, die Ihrem Angehörigen suggeriert, noch eine Besorgung machen zu müssen. Mittlerweile spricht man deshalb in Fachkreisen auch von einer „Hinlauftendenz“. Damit wird ausgedrückt, dass es dem Demenzerkrankten nicht darum geht, von seinem jetzigen Aufenthaltsort zu „entkommen“. Er will vielmehr etwas bestimmtes erledigen, z. B. seine Mutter besuchen, und macht sich dazu auf den Weg.

Das können Sie tun

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, was Sie tun können, um Überforderung und zusätzliche Verwirrung für Ihren Angehörigen zu vermeiden. Mit der nachfolgenden Checkliste können Sie prüfen, ob Ihre Art mit Ihrem dementen Angehörigen zu kommunizieren, für ihn angemessen ist.

Checkliste: Optimal mit Ihrem Angehörigen mit Demenz kommunizieren

Sie sprechen in kurzen Sätzen mit jeweils nur einer Information.

Menschen mit Demenz müssen klare Informationen bekommen.

Sie benutzen immer einfache Worte, z. B. nicht „Besorgungen erledigen“, sondern „einkaufen gehen“.

Ein an Demenz Erkrankter kann mit vielen Aussagen nichts anfangen.

Wenn Ihr Angehöriger noch lesen kann, schreiben Sie bei einer Erinnerung immer wenig auf ein Blatt, benutzen kurze Sätze und einen großen Zeilenabstand.

Lesbare Zettel sind eine Hilfe für Ihren Angehörigen.

Über Dinge in der Zukunft, z. B. einen geplanten Ausflug, informieren Sie Ihren Angehörigen erst kurz vorher.

Menschen mit Demenz können mit Terminen in der fernen Zukunft nicht viel anfangen.

Wenn Ihr Angehöriger noch etwas erledigen kann, geben Sie immer nur eine Anweisung.

Ihr Angehöriger kann sich nicht mehr viele Dinge gleichzeitig merken.

Sie loben Ihren Angehörigen der Situation angepasst, wenn etwas geklappt hat.

An Demenz Erkrankte freuen sich über Lob für erledigte Aufgaben.

Auswertung: Wenn Sie alle auf Ihren Angehörigen zutreffenden Punkte der Checkliste bejahen können, praktizieren Sie eine angemessene Kommunikation mit ihm.

Verzögerung: ja – Heilung: nein

Ihr Angehöriger lebt jeden Tag in einer für ihn fremd werdenden Welt. In den ersten Stadien können Medikamente den Verlauf stagnieren lassen. Gehirnjogging und die Reaktivierung von Begebenheiten oder Angewohnheiten aus der Vergangenheit, z. B. von früheren Hobbys, können eine Weile helfen. Langfristig bedeutet Demenz allerdings das völlige Verschwinden Ihres Angehörigen in seine Welt.



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Kommentare und Bewertung

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ernst-august, 16.07.2010:
Ich erlebe nun täglich, wie sich das Ene und Andere am Wesen meiner Frau verändert. Ich konnte mirdank dieses Artikels erneut den Beginn sowie den Verlauf vor Augen führen. Ganz besonders interessant stellt sich das auch für die kommende Zeit dar. Ich bin immer dankbar dafür, meiner Frau helfen zu können, im Wissen dessen, was da noch kommen kann. Ernst-august
Friedemann, 23.06.2011:
Also wirklich - veraltete und sogar falsche Infos sind hier zu finden, ganz abgesehen von der Rechtschreibung. Allein "Das haben Alzheimer und Demenz" gemeinsam - ??? Alzheimer IST EINE Form von Demenz. Und "Demenz" ist ein Syndrom, keine Erkrankung. Es ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von möglichen Ursachen, die dahinter stecken können, weswegen dies differentialdiagnostisch geklärt werden muss. Ich werde die Seite keinesfalls weiterempfehlen.
Heike Bohnes, 29.06.2011:
Hallo Friedemann,
ich kann nicht nachvollziehen, welche Informationen hier veraltet sein sollen / sind.

Sie mögen Recht haben, dass die Überschrift vielleicht nicht glücklich gewählt wurde. Aber so eine Überschrift soll ja vor allem zum Weiterlesen anregen, was bei Ihnen scheinbar gelungen ist.

In dem von Ihnen kritisierten Artikel wird nichts behauptet, was Ihrer Darstellung widerspricht. Es wird sogar beschrieben, dass es unterschiedliche Demenzformen gibt und Alzheimer nur eine Form der Demenz ist.

Der Begriff "Syndrom" wird bei einem Symptomenkomplex verwendet und war früher eine Bezeichnung für eine Gruppe von Krankheitszeichen, die für eine bestimmte Erkrankung charakteristisch sind. Heute wird der Begriff weiterhin für Erkrankungen mit mehreren oder besonders komplexen Symptomen verwendet. Das trifft auch bei einer Demenzerkrankung zu, da haben Sie Recht.

Der Begriff "Demenz" hat sich aber inzwischen als eigenständiger Diagnosebegriff bis in den Pschyrembel hinein eingebürgert. Es wird auch in Arzt- und Krankenhausentlassungsbriefen regelmäßig von Demenz, etwa der vaskulären Demenz oder der Alzheimer-Demenz gepsrochen. Der Begriff des "Demenz-Syndroms" wird in der Praxis kaum bis gar nicht mehr verwendet.

Was die Rechtschreibung in dem Artikel betrifft: Ich bin in einem Alter, in dem mir die neue deutsche Rechtschreibung auch oft falsch erscheint - der Duden klärt mich dann aber regelmäßig über meinen Irrtum auf.
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