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Demenz heißt, dass die Schaltzentrale langsam aussetzt

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Der ehemalige US-Präsidenten Ronald Reagan gab als einer der ersten Prominenten zu, an „Alzheimer“ erkrankt zu sein. Damit ist das Alzheimer-Syndrom in das öffentliche Bewusstsein getreten. Erstmals beschrieben wurde Demenz aber schon im Jahr 1907 von dem Neurologen Alois Alzheimer
Doch was passiert mit Ihrem Angehörigen, wenn seine Demenz fortschreitet

Mehr Informationen zum Thema "Demenz und die Veränderung des Gehirns" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

Ein Organ das alles steuert: das Gehirn

Demenz ist eine Erkrankung, die das Gehirn angreift. Das Gehirn ist die „Schaltzentrale“ des Menschen. Hier laufen Nervenzellen zusammen und steuern alle unsere Lebensfunktionen. Es ist nicht nur für das Fühlen und Denken verantwortlich. Es steuert auch die Organe und Bewegungen.

Die Steuerung unseres Körpers erfolgt über Reize an die verschiedensten Nervenzellen, die im Gehirn zusammenlaufen. Durch immer wieder auf uns einwirkende Reize, wie z. B. Kälte- oder Wärmeempfinden oder Gerüche, entstehen im Gehirn Verbindungen. Diese Verbindungen werden miteinander verknüpft. Diese Verknüpfungen sind das, was unser Geist oder unser Körper aus den Reizen gelernt haben. 

Ein solcher Lerneffekt ist z. B., wir in unserer Kultur den Geruch nach Zimt und Lebkuchengewürz mit Weihnachten verbinden oder den Geruch nach gegrilltem Fleisch mit dem Sommer.

Wir lernen durch Reize und Reizweiterleitungen

Wahrnehmungen, die bei uns Erinnerungen oder Gefühle auslösen haben wir durch äußere Reize erlernt. Das passiert bewusst, z. B. in der Schule oder auch unbewusst, z. B. wenn wir eine Musik hören oder uns etwas erzählt wird. 
Erlerntes ist deshalb auch von unserem Umfeld und der Kultur abhängig. Es kann z. B. sein, dass ein Eskimo mit Zimtgeruch nichts Besonderes verbindet, während er den Geruch von z. B. Fischtran, den wir als eher unangenehm einstufen, als angenehm empfindet. 

Bei Demenz sind die Verbindungen im Gehirn gestört 

Bei Ihrem erkrankten Angehörigen lösen sich die Verbindungen der Nerven im Gehirn auf. Das führt zuerst einmal zu Vergessen. Eine Demenz bezeichnet aber eine fortschreitende „Auflösung“ dieser Verbindungen. 
Das heißt, die geistige Leistungsfähigkeit zerfällt. Dadurch verliert Ihr Angehöriger zunehmend an Gedächtnisleistungen und Denkvermögen. 

Dieser Verlust zeigt sich am Anfang an der Unfähigkeit Ihres Angehörigen, neue gedankliche Inhalte aufnehmen oder wiedergeben zu können. Im Verlauf der Erkrankung wird dann die Orientierung, also das Wissen, wo man ist und was gerade passiert, die Urteilsfähigkeit, und auch die Sprach- und Rechenfähigkeit zerstört.

Auch Teile der Persönlichkeit Ihres Angehörigen können durch diesen Zerfall des Gehirns verloren gehen. Das zeigt sich am ehesten in den Alltagsaktivitäten wie z. B. Waschen, Kochen oder Einkaufen. Aber die Demenz kann auch dazu führen, dass Ihr Angehöriger plötzlich Dinge tut oder sagt, die Sie ihm nie zugetraut hätten. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, Ihren Angehörigen gar nicht mehr wieder zu erkennen. 

Die Anfangsphase der Demenz ist eine gefährliche Zeit

Gerade in der Anfangsphase einer Demenz ist es charakteristisch, dass Ihr Angehöriger einer Zeit lang eine Fassade aufrecht erhält. Das kann dazu führen, dass Sie die Erkrankung noch gar nicht bemerken. Trotzdem legt Ihr Angehöriger ein „sonderbares“ Verhalten an den Tag. Mit Alltagsfloskeln und bagatellisierenden Begründungen erklärt er Ihnen z. B., warum der Rasierapparat im Kühlschrank liegt oder die Eier im Kleiderschrank stehen.

Für Sie ist es wichtig, dass Sie sich immer wieder vergegenwärtigen, dass eine Demenzerkrankung genau so eine körperliche Erkrankung ist, wie z. B. ein Schlaganfall. Machen Sie Ihrem Angehörigen deshalb keine Vorwürfe wegen seines „komischen“ Verhaltens. Sie würden einem halbseitig gelähmten Schlaganfallpatient ja auch nicht vorwerfen, dass er seinen linken Arm und das Bein nicht richtig bewegen kann. 

Versuchen Sie Ihren Angehörigen zu überzeugen, mit Ihnen zum Arzt zu gehen. Wenn eine Demenz bereits diagnostiziert ist, versuchen Sie gelassen zu bleiben. Rufen Sie sich ins Gedächtnis, dass Ihr Angehöriger Sie nicht bewusst tyrannisieren oder ärgern will. Sein Verhalten ist ein Symptom seiner Erkrankung.

Tipp: Wenn Sie sich fragen, wie Sie die Demenz Ihres Angehörigen einem anderen Menschen erklären sollen, dann versuchen Sie Folgendes: 
Sie können im Gespräch mit Freunden, Bekannten oder anderen Angehörigen klarstellen, dass Demenz kein normaler Alterungsprozess ist. Es ist eine nicht vererbbare Krankheit des Gehirns. Demenz beeinflusst das Denkvermögen, das Verhalten und das Gedächtnis. Vergesslichkeit allein ist noch keine Demenz.



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