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Mangelernährung: Warum an Demenz Erkranke besonders gefährdet sind

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© Andres Rodriguez - Fotolia.com

Ihr Angehöriger hat aufgrund seiner Demenz ein sehr hohes Risiko an Mangelernährung und Austrocknung (Exsikkose) zu leiden. Eventuell verliert er in letzter Zeit stark an Gewicht. Oder Sie haben das Gefühl, dass er nicht aufgrund von Hunger und Durst, sondern nach dem „Lustprinzip“ isst und trinkt. Und Sie stellen sich die Frage, warum es so schwierig ist, Ihren Angehörigen zum regelmäßigen und ausreichenden Essen und Trinken zu bewegen.

Mehr Informationen zum Thema "Demenz und Mangelernährung" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

Veränderte Wahrnehmung bei Demenz beeinflusst Hunger und Durst

Durch die Demenz lässt das Durstempfinden bei dem Erkrankten nach. Die Flüssigkeitsaufnahme wird also nicht mehr von einem empfundenen Mangel gesteuert. Sein Geschmacksempfinden verändert sich. Ihr Angehöriger kann seine Körpersignale nicht mehr wie früher deuten. Dadurch verändert sich sein Hunger- und Sättigungsgefühl. Auch sein Geschmacksempfinden verändert sich, gewohnte Dinge schmecken für ihn auf einmal anders. Bei fortgeschrittener Demenz erkennt Ihr Angehöriger, durch die Veränderung der Wahrnehmung, Speisen und Getränke manchmal nicht als solche.

Weitere Auswirkungen auf das Ess- und Trinkverhalten

Zu den oben genannten Veränderungen kommt oft eine erhöhte körperliche Unruhe. Diese führt wiederum zu einem erhöhten Energiebedarf. Ihr Angehöriger hat vielleicht auch keine Ruhe, am Tisch sitzen zu bleiben. Er ist leicht durch plötzliche Gedanken ablenkbar und beschäftigt sich dann mit anderen Dingen, anstatt weiter zu essen oder zu trinken.
Veränderungen im Stoffwechsel steigern zusätzlich zum starken Bewegungsdrang den Energiebedarf Ihres Angehörigen. Es kann dann gut möglich sein, dass er 3.000 – 4.000 kcal täglich benötigt. Das heißt, er verliert an Gewicht, obwohl er in Ihren Augen normale Portionen isst.

Es kann sogar sein, dass Ihr Angehöriger von Gefühlen der Angst und Bedrohung geplagt wird. Auch wenn diese Gefühle aus Ihrer Sicht völlig unbegründet sind. Für Ihren Angehörigen sind sie real, und das ist entscheidend. Dadurch kann er durch seine Demenz z. B. Vergiftungsängste entwickeln, die zur Nahrungsverweigerung führen.

So bekommt Ihr Angehöriger mit Demenz Ihre Hilfe

Ihr Angehöriger benötigt eine ausgewogene Ernährung, die ihm schmeckt und seine Bedürfnisse berücksichtigt. Ziel ist eine ausreichende Energiezufuhr und Flüssigkeitsversorgung. In der nachfolgenden Übersicht finden Sie einige Maßnahmen, die sehr erfolgreich zur Unterstützung der Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr bei Menschen mit Demenz angewendet werden. Bei Bedarf können Sie Nahrungsergänzungsmittel benutzen, mit denen Sie für eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr sorgen.

Bei Ihrem Essensangebot sollten Sie auch beachten, dass sich das Geschmacksempfinden bei vielen an Demenz Erkrankten verändert. Das kann dazu führen, dass sie

  • lieber Süßes essen.
  • Saures eventuell als bitter schmecken.
  • alte Lieblingsspeisen nicht mehr mögen.
  • an gewohnten Speisen ständig „herummäckeln“.

Mit diesen Maßnahmen können Sie bei Ihrem Angehörigen Mangelernährung und Austrocknung verhindern

Kochen Sie für Ihren Angehörigen ihm bekannte und regionale Gerichte.

Kochen Sie Ihrem Angehörigen seine Lieblingsspeise(n), wenn er sie noch mag.

Bieten Sie ihm süße und fettreiche Speisen an.

Verwenden Sie energiereiche Zutaten, z. B. Butter, Sahne.

Richten Sie das Essen so an, dass Ihr Angehöriger erkennen kann, was er isst. Zerkleinern Sie das Essen erst vor den Augen Ihres Angehörigen, überdecken Sie nicht alles im Vorhinein mit Soße.

Bei Schluckstörungen müssen Sie für eine angemessene Konsistenz sorgen, d. h. die Speisen sollten weich, aber nicht zu flüssig sein. Vermeiden Sie „Fremdkörper“ im Essen, z. B. Nüsse.

Bieten Sie Ihrem Angehörigen süße und farbige Getränke an, z. B. Limonade oder Cola. Die meisten Dementen trinken gerne warme Getränke, es könnte also auch eine Suppe sein, die getrunken wird.

Vermeiden Sie saure Säfte, weil diese für Ihren Angehörigen evtl. bitter schmecken.

Bei Schluckstörungen dicken Sie die Getränke, z. B. mit Gelatine, etwas an.

Bieten Sie Ihrem Angehörigen geeignete Trinkgefäße an, z. B. Tassen mit großem Henkel, gut zu fassende, nicht zu schwere Gläser.

Trinken Sie gemeinsam etwas mit Ihrem Angehörigen. – Ausreichendes Trinken tut auch Ihnen gut.

Führen Sie Trinkrituale ein, z. B. die gemeinsame Tasse (gesüßter) Tee am Abend, warmer Kakao am Morgen.

Sorgen Sie beim Einnehmen der Mahlzeit für eine ruhige Umgebung, ohne Radio oder Fernsehen im Hintergrund.

Halten Sie die Tischgestaltung bei den Mahlzeiten übersichtlich, damit Ihr Angehöriger sich schnell orientieren kann.

Nehmen Sie die Mahlzeiten gemeinsam mit Ihrem Angehörigen ein.

Leiten Sie Ihren Angehörigen zum selbstständigen Essen an, wenn er nicht mehr weiß, was er tun soll.

Ermöglichen Sie Ihrem Angehörigen, sich etwas zu Essen zu nehmen, wenn ihm danach ist. Legen Sie z. B. Kekse oder Obststücke für ihn an Orten in der Wohnung zum Verzehr bereit, an denen er bei seinen Wegen vorbei kommt.

Kochen Sie das Essen mit Ihrem Angehörigen gemeinsam bzw. lassen Sie ihn helfen, z. B. Kartoffelschälen.

Würzen Sie die Speisen kräftig, aber sparen Sie mit Salz.

Wenn Ihr Angehöriger nicht am Tisch sitzen bleibt, lassen Sie ihn ruhig im Laufen essen.

Erlauben Sie Ihrem Angehörigen mit den Fingern zu essen, wenn er das Besteck gar nicht mehr nutzen kann.

Hinweis: Denken Sie daran: Ihr Angehöriger kann sich nicht mehr anpassen. Deshalb müssen Sie seine Umwelt an ihn anpassen.



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