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Angst vor Einsamkeit im Alter

Autor Nachricht
Verfasst am: 07. 07. 2009
HeikeBohnes

Themenersteller
Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 114
Mit dem Alter schwinden die Kontakte: Kollegen sind nach der Berentung nicht mehr da, die Kinder ziehen aus und leben ihr eigenes Leben, eventuell verliert man den Partner. Viele Menschen haben Angst vor Einsamkeit im Alter.

Uwe Kleinmas, vom Zentrum für Alternskulturen an der Universität Bonn, empfiehlt:

  • Ältere sollten sich so früh wie möglich um soziale Kontakte außerhalb von Beruf, Partnerschaft und Familie kümmern.
  • Sie sollten klären, mit wem und wo sie ihren Ruhestand verleben möchten.
  • Es kann helfen, mit Menschen zu sprechen, die in einer ähnlichen Situation wie man selbst sind.

Kleinemans empfiehlt darüber hinaus “realistische” Pläne. Denn wer allzu abgehobene Vorstellungen oder Ideen hat, könnte dann später doch alleine dastehen.

Wie sieht Ihre Planung fürs Alter aus? Haben auch Sie Angst vor Einsamkeit? Oder steht Ihre Planung und sind Sie sich sicher, dass Sie ausreichend Sozialkontakte haben werden?
Ich bin gespannt auf kreative Gestaltungsvorschläge und Ideen, wie Sie der Einsamkeit im Alter entgehen möchten.
Verfasst am: 25. 07. 2010
ernst-august

Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
Hallo Heike, die Tatsache, im Alter zu vereinsamen, wird ja von vielen Faktoren geprägt, wie z.B sind Partner vorhanden, hat man Kinder und sind diese auch erreichbar, die Gegend in der man wohnt, ist sie ländlich oder städtisch, welche gesellschaftlichen Kontakte hat man vor dem eigentlichen Altern gehabt und wie hat man sie gepflegt? u.v.a.m.
Deshalb sind die Anregungen von Uwe Kleinmas durchaus empfehlenswert.
Aber die gesamte Fragestellung beginnt schon im 2. unterpunkt: mit wem und wo will ich meinen Ruhestand verleben? - wenn ich meinen Ruhestand erreicht habe, sollte diese Frage schon geklärt sein, wenn es die gesellschaftlichen Verhältnisse zulassen. Ich wollte eigentlich mit meiner Frau und den Kindern den Ruhestand genießen. Von drei Kindern sind alle so weit ausgeflogen, dass man Sorge haben muß, nicht vergessen zu werden. Also kann von "Planen" keine echte Rede sein! Ich möchte mich mit Gleichaltrigen und -gesinnten in guter Atmosphäre bewegen. Letzteres wird aber vom Leben immer wieder überrollt. Schwere gesundheitliche Probleme - Eigene und die meiner Frau- lassen jederzeit neue Fragestellungen entstehen und erwarten auch Antworten. Ich habe in der letzten Zeit - gerade auf das Problem der Vereinsamung und des Verharrens mich voll auf das Internet als Kontaktbörse vertieft und ich glaube ich habe hinsichtlich des Interessenaustausches auch hier das Forum gefunden.
Meine Frau und ich, wir machen täglich kleine Schritte in Zweisamkeit und Angst haben wir zunächst noch keine. ernst-august

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
Verfasst am: 13. 08. 2010
ernst-august

Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
Hallo, Ihr alle, seit ein paar Tagen weiß ich auch, dass ich Angst habe. Ich habe Angst davor, dass meine Kraft nicht ausreicht. Ich habe meine Frau ins Krankenhaus gebracht - und dann kam eine Entspannungsphase - ich habe 2 Tage mit kleinen Unterbrechungen durchgeschlafen.
...und wenn ich mal nicht mehr kann .
Was soll dann werden? Diese Fragestellung habe ich mir wiederholt gestellt.
Ich weiß, so wird man mir sagen, wir haben ein soziales Netz, da fällt keiner durch!? Wer sagt einer demenzkranken Person, wann er / sie zugreifen muß, um das letzte Stück Seil zu erfassen. Reicht dann noch die Kraft, um sich selbst im Netz festzuhalten?
ernst-august

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
Verfasst am: 14. 08. 2010
Juppiu.Kara

Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
Hallo ernst-august,
Angst ist ein notwendiger Begeleiter unseres Lebens, sie schütz uns in der Regel davor unvernünftiges Denken in die Tat umzusetzen. Daher ist sie zwar zeitweilig übermächtig, aber im Zusammenleben ein notwendiges Gefühl.
Mich hat das Leben gelehrt alles hat seine Zeit und es ist wenig sinnvoll sich von der Angst unterkriegen zu lassen, denn dann wird sie zum Gespenst, dass man nicht mehr los wird. Dein Wahlspruch ist eigendlich der Richtige um die Angst zu überwinden. icon_lol.gif Vielleich kanst Du die Zeit die Deine Frau in der Klinik verbringst dazu nutzen um durchzuatmen. Ich weis dies ist ein Rat, den ich selber nicht richtig umsetzen kann. Denn ich habe meine Frau als sie im Krankenhaus lag, so oft wie möglich und so lange wie möglich z.T. auch gegen den Willen mancher Schwestern besucht und versucht das auszugleichen was die Schwestern nicht schaffen können. Denn für demente sind unsere Krankenhäuser nicht wirklich eingerichtet. Der Arbeitsablauf lässt dem Pflegepersonal nich genügend Zeit demente wirklich zu betreuen. Auch war meine reine Anwesenheit manchmal ausreichend um meine Frau ruhiger werden zu lassen. icon_redface.gif
Die Kraft das unvermeidliche zu ertragen wünsch Dir
Juppi und Kara in Gedanken bin ich bei Euch
Verfasst am: 16. 08. 2010
ernst-august

Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
Hallo Juppia & Kara,
Danke für Eure Worte. Ja Krankenhäuser sind wofür eigentlich da? Um Kranke zu pflegen. Plötzlich sieht man das Problem ganz anders. Mehrfach Geschädigte sind einfach nicht zu betreuen, sondern einfach nur zu verwalten, so scheint es mir. Ich habe in der Branche mal Staub gewischt und erkenne auch die Zusammenhänge. Deshalb verstehe ich manches Nicht. Ich kann und will nicht begreifen, dass man Spezialisierungen soweit treiben kann, dass dabei der Mensch unter die Räder kommt.
Übrigens, ich bin auch jeden Tag im Krankenhus bei meiner Frau. Bloß wenn man sie mit Schlafmittel ruhigstellt, wenn weitere Erkrankungen, wie sehr schmerzhafte Neuralgien in den Beinen nur unzureichend behandelt werden und vor allem auf ihre Schmerzen nicht eingegangen wird, weil sie die Stärke der Schmerzen nicht auf einem Blatt Papier bewerten kann, dann ist es bitter.
So, ich muß jetzt wieder los - 1 Stunde Fahrzeit.
Viele herzliche Grüße und Danke von ernst-august

Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
Verfasst am: 18. 08. 2010
Flipsy

Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
Hallo, mein Mann und ich haben uns unsere Ruhestandsphase auch anders vorgestellt. Wir wollten viel gemeinsam unternehmen. Das ist jetzt nun alles hinfällig. Die Demenz meines Mannes hat den Traum in einen Alptraum verwandelt. Mein Mann war früher sehr kontaktfreudig. Jetzt geht er den Leuten lieber aus dem Weg. Bei meiner Mutter habe ich das gleiche kennen gelernt. Sie war vorher in einer Frauengruppe und hatte daher viele Kontakte und genoss ihr Leben in vollen Zügen. Mit 64 Jahren kam die Demenz bei ihr mit voller Wucht und auf einmal war keiner von ihren Freundinnen mehr da. Sie war allein und hatte nur noch mich. Große Sprüche haben alle hinter vorgehaltener Hand gemacht, daß ich als Tochter mich zu wenig um sie kümmer. Eines habe ich daraus gelernt, planen hat keinen Sinn, es kommt immer anders als man denkt. Besonders Krankheiten verändern eigentlich alles und die Einsamkeit kommt dann schneller als es einem lieb ist.
Viele Grüße
Flipsy
Verfasst am: 18. 08. 2010
Juppiu.Kara

Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
Hallo Ernst-August
Ich kann Deine Empörung gut verstehen. icon_evil.gif Mir ging es genauso als meine Frau im Krankenhaus lag. Als Sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war sie nicht nur inkontinent sondern konnte auch nicht mehr selber essen. Die Inkontinenz wurde von dem System hervorgerufen, da sich meine Frau nicht selber melden konnte. Die Bedeutung des Rufknopfes war ihr nicht mehr zu vermitteln. Auch für das Essen hatten die Schwestern nicht ausreichend Zeit.
Wenn das Füttern zu lange dauerte wurde eben eine Magensonde gelegt.
Patienten die nicht ins Schema passen fallen durchs Rost. Daher kann ich Deine Angst gut verstehen. Aber wir können nur das Tun, was unsere Kräfte hergeben. Meiner Meinung nach kann zwar der Einsatz unserer ganzen Kraft nicht ausreichend sein, uns sind aber Grenzen gesetz. Haben wir diese erreicht sind unsere Möglichkeiten ausgeschöpft und wir müssen uns damit zufrieden geben, sonst verzweifeln wir an unserer Aufgabe. Verzweiflung können wir uns aber nicht leisten. Denn die überträgt sich auf unseren lieben Pflegling der aber leider nicht mehr versteht, warum wir verzweifelt sind. Also im Namen unserer Lieben "Gute Miene zum Spiel"
Trotz allen "Mißlichkeiten" wünsche ich Dir Zuversicht und Kraft. Nach dieser Zeit kommt eine andere.
Juppi u. Kara icon_confused.gif
Verfasst am: 18. 08. 2010
Juppiu.Kara

Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
Hallo Flipsy,
Auch ich habe mir mein Rentnerdasein anders vorgestellt, trotz allem versuche ich meine Hobbys weiter zu pflegen und nehme meine Frau trotz
mancher Wiederstände wenn nur irgend möglich mit. So schaufel ich mir ein bisschen Freude in mein Leben. "Freunde" habe ich schon länger abgehakt.
Also gehe ich von mir aus unter Leute. Unbetroffene haben haben oftmals mehr Verständnis für demente als professionelle Pflegekräfte. Sie brauchen wohl einen Panzer um die tägliche Belastung zu verkraften.
Ausreichend Kraft und Zuversicht wünscht Dir
Juppi und Kara