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Verfasst am: 30. 06. 2010
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Juppiu.Kara
Themenersteller
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
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Hallo,javascript:emoticon(' ')
Meine Frau ist dement Stufe zwei zu drei. Trotzdem nehme ich sie soweit möglich zu jeder Besorgung und Veranstaltung mit.
Meine Frau plappert den ganzen Tag vor sich hin.
Heute hat sich folgendes zugetragen. Wir waren einkaufen und stehen an der Kasse. Da sagt ein wartender Kunde: "Bald können wir alle dieses Lied singen". Als ich mir diese verbitte, sagt er mir er habe lange mit Behinderten gearbeitet, er wolte eine Spass machen.
Leider habe ich schon öfter die Erfahrung machen müssen, dass gerade manche "professionelle" Pfleger/Betreuer eine sehr niedrige Toleranzschwelle, gegenüber Dementen die sich ungewöhnlich verhalten, haben.
Muß man sich dumme Bemerkungen gefallen lassen? Wie ist die Erfahrung anderer pflegender Angehöriger.
Juppi u. Karajavascript:emoticon(' ')
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Verfasst am: 11. 07. 2010
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ernst-august
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
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Hallo Juppui.kara - ja es ist traurig wenn man so etwas erleben muss. Ich möchte Dir jedoch zu bedenken geben - was heisst hier professionelle Pflegekräfte? Werden bei uns nicht alle, die es einmal versuchen möchten, in der Pflege beschäftigt? Die Hauptsache, es ist billig. Ich bin so traurig darüber, dass man seinen geliebten Menschen dem Hohn und Spott aussetzen muß. Auch ich nehme meine Frau überall mit hin. Ich sage es jedem, der es hören will, meine Frau ist krank. ...und wem es nicht passt, der soll uns meiden.
Ich habe noch eine freudige Nachricht zu vermelden. Seit meine Frau am Grauen Star beiderseitig operiert wurde, ist sie merklich aufgelebt. Sie kann sich wieder über Farben freuen. Genauso, wie ich.
ernst-august
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
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Verfasst am: 15. 07. 2010
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Juppiu.Kara
Themenersteller
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
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Hallo Ernst-August,
etschuldige, dass ich erst jetzt antworte, hatte aber andere dringendeSachen zu erledigen. Toll dass die Operation bei Deiner Frau so gut verlaufen ist.
Das gibt der Seele wieder Auftrieb.
Zu dem Vorfall: Vielen Dank für Deine tröstenden Worte, inzwischen habe ich mich wieder beruhigt. Irgend ein kluger hat mal gesagt " gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens". Das sage ich mir inzwischen. Ich werde mich aber trotzdem wehren wenn sich jemand über die Behinderung eines Menschen "lustig macht", egal ob es meine Frau oder sonst jemand ist.
Genieße jeden Tag den Deine Frau noch bei Dir ist und mit Dir am Leben teilnehmen kann.
Juppi u. Kara
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Verfasst am: 23. 07. 2010
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HeikeBohnes
Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 114
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Hallo Juppi u. Kara,
nein, sowas muss man sich nicht gefallen lassen. Egal, ob es sich um so genannte "professionelle" Betreuungskräfte oder Laien handelt.
Ich denke, Toleranz gegenüber Kranken und Behinderten sollte es nicht nur in bestimmten Berufssparten sondern grundsätzlich geben. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man die "Macken" der Kranken hinnimmt - so lange es nichts ist, womit andere richtig belästigt werden.
Viele Grüße
Heike
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Verfasst am: 25. 07. 2010
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Juppiu.Kara
Themenersteller
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
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Hallo Heike,
danke für Deine Worte. Wie ich sehe sind wir einer Meinung. Ich nehme an
Du hast meine Anwort an Ernst- August gelesen. Dem kann ich nicht mehr hinzufügen. Wobei natürlich der Begriff Belästigung sehr weit gefasst ist.
Ich hoffe dass die Toleranz gegenüber Lebewesen die sich nicht normgerecht verhalten auf unserer Erde größer wird. Wir haben nur diese Eine.
Juppi u. Kara
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Verfasst am: 13. 08. 2010
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ernst-august
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
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Hallo Juppi & Kara,
heute bin ich wieder einmal ernüchtert worden. Ich musste meine Frau wegen des Verdachts auf einen Lungentumor in ein "Spezialkranknhaus" bringen. Ach, wie bescheiden war man da erst. Pflegepersonal fragte mich, ob ich eigentlich wüßte, dass meine Frau nachts umher geht" - Ja natürlich - und soweit ich das weiß, ist das bei diesem Krankheitsbild nicht außergewöhnlich. Mitbewohner des Zimmers fühlten sich belästigt und am Ende liegt sie nun allein im Zimmer. Man erwartet von ihr, wenn sie sich bekleckert hat beim Essen, dass sie saubere Kleidung anzieht, weil so etwas die Ärzte nicht sehen möchten. Ich war schon soweit zu fragen, ob Demenzkranke nicht auch an etwas anderem erkranken dürfen. Auch hier grassiert Dummheit und Unvermögen. Ich glaube die Medizin von heute in ihrem hohen Grad der Spezialierung sieht den Menschen nur noch ungenügend als Mensch, sondern bloß noch als Lunge, Herz, Angio.... Man könnte weiterführen und am Ende bleibt doch wieder der Mensch, der Patient als Ganzes auf der Strecke.
Grüße von ernst-august
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
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Verfasst am: 19. 08. 2010
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ernst-august
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
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Hallo, ich bin ganz leer. Heute, schon etwas spät für Aktivitäten, sagt man mir, der Lungentumor meiner Frau ist bösartig und inoperabel, wenn ich will, kann ich sie morgen wieder nach Hause haben. Sie war ja nur zur Diagnostik hier! Gehen kann sie mittlerweile auch nicht mehr - das haben 8 Tage Krankenhaus eingebracht. Eine kranke Frau mit Rollator übt auch im Krankenhaus nicht allein, bei bestehender Demenz und ungenügender Anleitung.
Ich habe nicht jeden Tag eine schwerkranke Frau. Ich kann nicht alles an einem Tage aus den Ärmel schütteln, wenn ich ohnehin nicht weiß, wo mir der Kopf steht - Ich bin so froh, dass das Leiden meiner Frau im Krankenhaus ein Ende hat. Allerdings liegt noch ein schwerer Weg vor uns und den, so habe ich es mir geschworen, werde ich unserer Liebe wegen, mit Ihr gemeinsam gehen. ernst-august
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
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Verfasst am: 27. 08. 2010
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Juppiu.Kara
Themenersteller
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
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Guten Abend Ernst-August,
Nach Deiner letzten Nachricht war ich einfach sprachlos. Ich weis auch nicht wirklich wie ich Dir noch ein paar tröstende Worte zukommrn lassen kann. Aber alles negative hat auch eine positive Seite. Man muß sie bloß erkennen. Mir ist durchaus bewusst dass z.Zt. bei Dir die negativen Gefühle überwiegen.
Vielleich hift es Dir zu wissen, dass ich in Gedanken bei Euch bin, obwohl wir uns nicht persönlich kennen. Dir wünsche ich die Kraft und Geduld die nächste Zeit zu überstehen und Deiner Frau dass nicht zu sehr leiden muss und einen verständnisvollen Hausarzt hat der ihre Schmerzen entsprechend behandelt.
Juppi und Kara
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Verfasst am: 03. 09. 2010
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HeikeBohnes
Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 114
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Lieber Ernst-August,
lassen Sie sich von einem Pflegedienst, der auch palliative Pflege anbietet und / oder einem Hospizdienst unterstützen?
Sie können das alles doch unmöglich allein durchstehen wollen...
LG Heike Bohnes
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Verfasst am: 23. 09. 2010
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ernst-august
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 26
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Hallo, eigentlich wollte ich mich nicht mehr melden, aber ich möchte die Möglichkeit nutzen, allen, die veruchten mir in irgendeiner Weise zu helfen, danken. Ich bin früher und auch heute nicht mit nrgativen Gedanken besetzt. Ich kann nur keine Ungerechtigkeiten und Dummheit ertragen. Da wehre ich mich.
Doch nun zum Schluß. Ich habe meine Frau bis zum letzten Atemzug zu Hause gepflegt. Ich hatt einen sehr wohlgesinnten und immer hilfreichen Pflegdienst an meiner Seite. Ebenso hat mir ein Brückenteam zur Seite gestanden, das einfach menschlich zu mir war und dem ich hier danken möchte. Meine Frau ist gestern, 2 Monate nachdem der Turmot entdeckt wurde eingeschlafen. Obwohl sie bis heute noch keine Pflegestufe hat.
Ich bin sehr glücklich darüber, meiner Frau bis zuletzt beistehen zu dürfen.
Ich danke nochmals allen und sage nun Tschüss für immer
ernst august
Gib jedem Tag die Chance, der Schönste in deinem Leben zu sein. (Mark Twain)
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