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Demenz in Bewegtbild

Ein Sohn dankt mit diesem Video seiner demenzkranken Mutter

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Mutter am Ende ...vielleicht ein paar Tipps?!?

Autor Nachricht
Verfasst am: 22. 08. 2010
vd-271

Themenersteller
Dabei seit: 22.08.2010
Beiträge: 4
Hallo Forum,

Vieles was ich gelesen habe, hat mir schon sehr geholfen! Tolles und hilfreiches Instrument!

Beschreibung unserer häuslichen Situation:
Meine Mutter, 77, zierlich und noch relativ gesund, pflegt meinen Vater, 82, Morbus Parkinson, Pflegestufe 2, mit Demenzzulage.
Weitestgehend - bis auf Hilfestellungen gegen die er sich allerdings wehrt - ist er noch selbst in der Lage eigenständig zu essen, sich zu waschen und sich anzuziehen.

Beklagt immer, dass er ständig müde ist auf Grund seiner Medikamente und er schläft ständig und überall ein, manchmal sekundenmäßig mit dem Kopf auf dem Essensteller, aber wenn er wach ist, ist es extrem anstrengend, ihn zu betreuen, weil er das eigentlich mit aller Macht ablehnt, besonders von seiner Frau.

Nach 58jähriger guter Ehe scheint er sie plötzlich zu hassen dafür, dass sie 6 Jahre jünger ist als er und noch besser „kann“ als er. Statt froh zu sein, dass sie noch Auto fahren kann, macht er sie verbal aufs Übelste nieder und will sich von ihr nicht helfen lassen.
Er leidet anscheinend extrem unter seiner zunehmenden Ohnmacht und kann innerlich nicht kapitulieren… Dinge zurücklassen und denen überlassen, die diese nun in Zukunft regeln müssen.
Sein „Denk-Zentrum“ ist vor allem (!) sein Besitz, sein selbstgebautes Haus und das „will er den lachenden Erben nicht übrig lassen“. Ständig beschimpft er sie, dass sie davon sowieso nur „Wellness“ machen wolle, dabei war meine Mutter schon Jahre nicht mehr in Urlaub. Er gönnt niemandem nichts. Dabei tut sie wesentlich mehr als sie eigentlich gesundheitlich kann und geht oft genug über ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Schon aus dem alten Denken heraus, dass sie für ihren Mann, der immer selbständiger Handwerker (Alleinverdiener) war, zu sorgen hat!

Problem bei meinem Vater ist vor allem sein Aktivismus, seine Getriebenheit:
Er gibt keine Ruhe, obwohl alles bestens renoviert und in Ordnung ist und bildet sich aber, dass er allein dafür sorgt, dass „das Haus in Ordnung bleibt“.
Hierbei begeht er aber aktiv handwerkliche Zerstörungen an Haus und Garten
stemmt (intakte!) Mauerfuge zum Nachbarn hin auf,
schlägt intakte Kacheln im Keller und Garagenfußboden ab, (nicht!! reparaturbedürftig), „repariert“ den Syphon im Bad– und erzeugt damit eine Überschwemmung.
Abmontieren von Fallrohren, ständiges Umschrauben von Schläuchen und völlig überflüssiges Anschrauben und Befestigen von Gartenmöbeln, so dass meine Mutter sie nicht nutzen kann.
Wasserhahn in der Waschküche um-montiert
Anbringen von Holzperlenvorhang mit Schlagbohrmaschine auf Treppenleiter (Eigengefährdung!)
baut Maschinen und Geräte in seiner Werkstatt völlig unnötig auseinander
hat die Garagentür versehentlich in Brand gesetzt mit Unkrautbrenner auf Grund von motorischem Unvermögen.

Seine beiden Meerschweinchen – füttert er jeden Tag übertrieben und säubert das Riesengehege (komplett!), Berge von Abfall, meine Mutter muss (regelrecht auf Befehl) ständig für Nachschub sorgen, Einstreuballen schleppen und Futter,
große Verunreinigung im Raum, die letztendlich meine Mutter beseitigen muss.

Er hört nicht wenn man ihm was sagt!!! …und lässt sich selbst von gefährlichen und ungesunden Situationen nicht abbringen!! Körperliche Stärke setzt er ggfs. ein.
Appelliert sie an ihn etwas zu unterlassen, hat er schon versucht Mutter im Gartenhaus einzuschließen oder sie mit dem Gartenschlauch völlig nassgespritzt.

Auch gibt es – obwohl er physisch noch viel Kraft hat - seinerseits keine Bereitschaft zu kleinsten erbetenen Hilfeleistungen! (z. B. mal einen Getränke-Kasten gemeinsam anzupacken)…
Drohungen: „Das sag ich dir, bevor du hier das Haus behältst, murks ich dich ab… oder: flamm ich die Hütte hier noch eher ab.“
Jede Bitte, jedes gutgemeinte Wort ist für ihn Gängelung und Befehl!
Es gäbe sooo Vieles was er noch gut im Garten und ums Haus machen könnte und wir schlagen ihm das auch vor, aber DAS WILL er nicht! Er macht „SEINE Arbeiten“…
Dem Neurologen – zu dem nur ich ihn begleiten darf! - jammerte er zuletzt vor, nur wenn er sich gängeln ließe wie ein kleiner Junge und gehorsam sei, dann ließe ihn meine Mutter in Ruhe, ansonsten würde sie ihn seelisch quälen und ihn schubsen.

Ich muss nicht erst betonen, dass nichts davon wahr ist.

Er drangsaliert auf sie auf eine teilweise so subtile Weise, dass wir manches Mal sagen: „Der führt uns alle an der Nase herum!“ Aber so gehässig ist er nie gewesen…

Jeden Tag will er woanders fernsehen und sich aufhalten, er verdrängt meine Mutter von allen Zimmern (Bettstellen, Couchen), an denen sie sich dann gerade mal ein bisschen für sich eingerichtet hat. Dann will ER dahin. Schon 5 mal haben wir seine Schlafstelle verändert.
Er trinkt nicht!! und lässt sich nicht an Tabletten-Einnahme erinnern.
Weigerung gegen feste Essenszeiten. Sie hat zu kochen, wenn er von draußen „von der Arbeit“ reinkommt und sei es um 21 Uhr abends. Er will keine „Struktur“, sagt er.
Neuerdings will er gar nicht mehr von meiner Mutter bekocht werden – vielleicht um sagen zu können: „Seht wie wenig sie nach mir schaut!“ ?? und ruft ständig alle möglichen Pflegedienste, Heime und Sozialdienste an und fragt, ob sie ihn versorgen und aufnehmen: „Ich kann hier nicht bleiben, muss hier weg.“ Begründung: Schlechte Behandlung von Seiten seiner Pflegepersonen.
Ich habe nun schon eine Rufnummernsperre aktiviert.

Glauben Sie mir: Er HAT erstklassige Pflege, jeden Komfort, alles was er will, bekommt er… Essen, Getränke, Einkäufe aus dem Baumarkt, alle Sky-TV-Pakete, die es gibt. (Er besteht darauf, schaut aber nur einen Sender! Kontrolliert aber, ob alles da ist.)

Ich bin die einzige Tochter, wohne allerdings nicht vor Ort. Wenn ich komme oder am Telefon auf ihn einrede, dabei einen strengen Ton anschlage und ihn in seine Schranken weise, hilft es wieder mal ein paar Tage und dann geht es wieder los.
Ich war immer Papas Kind und liebe ihn wirklich sehr, aber langsam muss ich meine Mutter schützen, weiß aber nicht wirklich wie:

Fragen:
1.
Gibt es Medikamente, die sein Verhalten/Wesen verändern könnten, ohne (noch mehr) zu sedieren?

2.
Soll ich seine Werkstatt leer machen, ihm alle Sachen abnehmen, ihm erklären, dass das zu unser aller Schutz ist? (Einen Speicher, auf den er immer noch halsbrecherisch kletterte, habe ich schon mit einem Schloss versperrt, was er mir ständig vorhält.)
Aber dann hat er gar keine „Aufgabe“ mehr. Das würde sein Selbstwertgefühl dann ganz zerstören?! Auch für seine Motorik war das Werkeln bisher eigentlich eher positiv…
Vergeblich habe ich schon nach Gruppen gesucht von alten Männern, die handwerkeln. Lehnt er aber auch ab. Er war schon immer ein Eigenbrödler, der anderen Menschen möglichst aus dem Weg geht. „Bloß nix Soziales! Oder wollt ihr, dass ich mit irgendwelchen alten Weibern Liedchen singe und Halma spiele?!“

3.
Sonst irgendwelche guten Ideen?


Meine Mutter hat echt Angst, wenn sie ihn mal in eine Kurzzeitpflege geben würde, dass er in dem Moment, in dem sie beide wieder zurück im Haus wären, ihr das „heimzahlen“ würde. Oder sich womöglich weigern würde überhaupt zurückzukommen und Verträge unterschreiben würde, um vor lauter Wut willentlich das Haus für die Pflegekosten wirtschaftlich auszuhöhlen. Dann stünde sie da. Getrennt, heimatlos und mit leeren Händen. Sie bekommt ja kaum Rente… Und vor allem vor den Leuten gebrandmarkt (so würde sie es empfinden), dass sie „es das ganze Leben gut gehabt hätte und nie arbeiten gehen musste“ und ihn nun ins Heim gesteckt hätte…

Es tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist… aber irgendwie musste es mal raus…

Liebe Grüße,
vd-271


Verfasst am: 23. 08. 2010
Flipsy

Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
Hallo vd-271,
Die Situation bei Deinen Eltern ist ja wirklich schlimm. Besonders die Deiner Mutter kann ich gut nachvollziehen, weil es mir so ähnlich geht. Mein Mann hatte einen technischen Beruf und war handwerklich sehr geschickt, hat deshalb an unserem Haus auch alles selbst gemacht. Mittlerweile geht das durch die Demenz nicht mehr, die Lust zum Basteln ist jedoch geblieben. Also baut er gerne etwas auseinander - wieder zusammenbauen - das klappt nicht mehr. Die Liste der Dinge, die bei uns nicht mehr funktionieren wird immer länger. Es darf natürlich auch kein anderer helfen. Andere würden die Hände über den Kopf schlagen, wenn sie das sehen würden. Mir dagegen ist es wichtiger, das mein Mann noch aktiv ist und dadurch sein Selbstwertgefühl gesteigert wird. Denn das leidet durch die Krankheit schon genug.
Ich finde schon das die Medikamente was bringen. Mein Mann bekommt Axura. Am Anfang gab es von ihm jede Menge Protest. Meine Beharrlichkeit hat sich dann doch durchgesetzt. Sprich doch mit dem Neurologen darüber. Vielleicht kann er etwas Einfluss auf Deinen Vater nehmen.
Viele Grüße
Flipsy
Verfasst am: 25. 08. 2010
vd-271

Themenersteller
Dabei seit: 22.08.2010
Beiträge: 4
Hallo Flipsy,

gut zu wissen, dass man nicht allein ist mit solchen Problemen... Ja, er bastelt auch ständig Sachen auseinander und kriegt sie dann nicht mehr zusammen.
Klar, denken wir auch, dass es ja auch gut ist für Motorik und nicht zuletzt Selbstwertgefühl, aber es sind ja trotz allem auch immer materielle Werte, die er zerstört und die teils (was "Arbeiten" am Haus z. B. angeht) wieder von dann hinzuzuziehenden Handwerkern repariert werden... und BEZAHLT werden müssen.
Und meine Eltern sind nicht unbedingt die Reichsten... *seufz*
Was Medikamente angeht, nimmt er bereits Piracetam für seine Hirnleistung, aber das ist ja auch nicht das primäre Problem.
Meine Frage ging - wirklich gaaaaanz vorsichtig... - dahin, ob es irgendetwas Nichtsedierendes gibt, was ihn "händelbarer", sprich friedfertiger und weniger getrieben werden ließe.
Aber du hast Recht, ich werde mal versuchen - OHNE ihn - einen Termin bei seinem Neurologen zu bekommen und den dann mal zu konsultieren.

Schönen Tag an alle,
vd-271
Verfasst am: 26. 08. 2010
Juppiu.Kara

Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
Guten Abend vd-271
ich habe bei meiner Frau gute Erfahrungen mit Melperon gemacht. Es macht den Patienten zwar etwas schläfrig aber das Zusammenleben erträglicher. Es ist eine Frage der Dosierung wie stark die Schläfrigkeit zunimmt. Man muss sich herantasten. Eine bessere Möglichkeit habe ich bisher nicht gefunden. Sprich mal mit dem Neurologen. Melperon gib es auch in flüssiger Form so das keine Tabletten geschluckt werden müssen.
Deiner Mutter und Dir wünsche ich die nötige Kraft das aus unser Sicht "Fehlverhalten" Deines Vaters zu ertragen. Er kann nicht anders.
Juppi und Kara
Verfasst am: 03. 09. 2010
HeikeBohnes

Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 109
Hallo vd-271,
Ihre vorsichtige Frage:
vd-271 schrieb:
... - dahin, ob es irgendetwas Nichtsedierendes gibt, was ihn "händelbarer", sprich friedfertiger und weniger getrieben werden ließe.

kann ich eigentlich nur mit "nein" beantworten. Meines Wissens haben die meisten Medikamente, die einen Demenzerkrankten "händelbar" machen (sollen) auch eine beruhigende, also müde-machende Wirkung.

Allerdings ist eine gute medikamentöse Einstellung wichtig. War Ihr Vater schon mal stationär in einer Klinik mit gerontopsychiatrischer Station?
Man kann die richtige Dosierung von Psychopharmaka bei Demenzerkrankten am besten stationär finden. Es gibt keine "Standard-Dosierungen", die bei allen gleich gut helfen. Jeder Mensch reagiert auf die unterschiedlichen Wirkstoffe anders.
Viele Grüße
Heike Bohnes

PS.: Könnten Sie Ihrem Vater nicht ein paar ausrangierte Sachen zum Reparieren und auseinanderbauen geben?
Verfasst am: 09. 09. 2010
vd-271

Themenersteller
Dabei seit: 22.08.2010
Beiträge: 4
Ich möchte nochmals allen danken, die mir geantwortet haben.
Leider ging es die letzten Tage gar nicht mehr und mein Vater ist heute in eine gerontopsychiatrische Klinik eingewiesen worden.
Nun müssen wir sehen was wird... Ein Zusammenleben zuhause wird immer fraglicher...
Zumindest kann meine Mutter sich nun erst einmal etwas erholen und Abstand bekommen.

Liebe Grüße,
vd-271
Verfasst am: 01. 10. 2010
HeikeBohnes

Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 109
Hallo vd-271,
wegen meines Urlaubs, der gestern zu Ende ging, lese ich ihren Beitrag erst heute.
Ist Ihr Vater schon wieder aus der Klinik zurück? Ist er jetzt Zuhause oder in einem Heim?

Es ist manchmal wirklich der beste Weg, eine stationäre psychiatrische Behandlung durchzuführen. Bei so einem Krankenhausaufenthalt können die Medikamente besser eingestellt werden, als im ambulanten Bereich. Manchmal wundert man sich, wie hilfreich es letztlich ist, diese Zeit durchzustehen.

Ich hoffe, dass es sich auch bei ihrem Vater gelohnt hat.
Viele Grüße
Heike Bohnes
Verfasst am: 01. 10. 2010
vd-271

Themenersteller
Dabei seit: 22.08.2010
Beiträge: 4
Hallo Frau Bohnes,

danke für Ihre Antwort.
Mein Vater war gut 14 Tage in der Gerontopsychiatrie.
Da er dort recht friedlich war und auch immer sehr weinte und uns um Verzeihung bat für sein Verhalten, an welches er sich zu erinnern schien, hatten wir großes Mitleid mit ihm und beschlossen, ihn wieder nach Hause zu holen, was ja auch letztendlich IMMER unser Ziel ist.
Er litt auch darunter, dass die meisten in der Klinik natürlich wesentlich "verblödeter" (sein O-Ton) waren als er und meinte dann: Hier dreh ich durch!
Die Parkinson-Medikament waren herunterdosiert worden und abends um 18 h gibt es jetzt 25 mg Melperon und Mirtazapin (weil er so deprimiert war). Zwar zitterte er jetzt wieder etwas mehr, aber es war uns allen egal, wenn nur sonst alles wieder gut werden würde. Am Wochenende war er probehalber zuhause. Alle Enkel waren da. Es war schön. Dienstags wurde er dann entlassen.

Was soll ich sagen?
Donnerstags schon ist alles wieder enorm eskaliert! Er griff meine Mutter wieder tätlich an und zerstörte einen Tisch... Wieder: Ihr kriegt das Haus nicht! Ich will ins Heim, allein schon um das Geld zu verprassen! Ihr seid Teufel, alles ist die Hölle. Keiner kümmert sich um mich.
(Dabei hat meine Mutter noch umso mehr versucht, es ihm schön zu machen, damit er sieht, dass es doch zuhause am besten ist.)
Das alte Spiel... Versteckte Schlüssel im Strumpf... Verfolgte meine Mutter mit übelsten Unterstellungen... Er wolle zurück in die Klinik!
Wir waren allesamt wieder VÖLLIG fertig!!!
Dann bestand er nach einem von mir vermittelten Telefonat mit der Gerontopsychiatrischen Ärztin in der Klinik darauf, selbst mit dem Taxi wieder dort hin zu fahren. Heißt: Er hat sich nichtmal von mir fahren lassen.
Nun ist er wieder dort.

1000 Fragen:
Kann es sein, dass ein ihm kurz vor der Entlassung verordnetes Schlafmittel namens Zolpidem das wieder ausgelöst hat?

Warum ist das immer übertags so schlimm und abends nach 18 h sobald er das Melperon genommen hat ist alles gut. Da hat er sich immer zu meiner Mutter auf die Couch gesetzt, hat sie in den Arm genommen, geweint und gesagt, dass sie doch seine große Liebe sei.
Und am nächsten Morgen das krasse Gegenteil?? Wie Jekyll und Hyde!

Kann er nicht den ganzen Tag kleine Dosen dieses Melperon bekommen?
(Levodop nimmt er dreimal tgl.)

Haben wir ihn zu früh geholt? Aber er zeigt dieses Verhalten ja nur, wenn er mit meiner Mutter allein ist, IM SEINEM HAUS! Ist das für ihn so eine Art psychischer Trigger?

Bin wieder mal ratlos,

vd-271
Verfasst am: 01. 10. 2010
Juppiu.Kara

Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
Guten Abend vd-271,
ich habe bei meiner Frau ähnliche Verhaltensweisen festgestellt. Allerdings bin ich durch größere körperliche Kräfte in der Lage sowohl meine Frau als auch unser Inventar vor Beschädigungen zu schützen. Da dies auf die Dauer aber keine wirkliche Hilfe ist, dosiere ich jetzt das Melperon entsprechend auf den ganzen Tag in kleinen Dosen verteilt und mache zur Zeit damit gute Erfahrungen. Die Medikamente muss man einfach testen in der Dosierung. Die Ärzte können uns nur Richtwerte geben. Die aber auf den Patienten angepasst werden müssen. Denn momentan beginnt meine Frau in hohen Tönen zu singen. Was auf die Dauer ziemlich nervig ist. Die Hälfte der Maximaldosierung an Melperon über den ganzen Tag verteilt hat allerdings zur Folge, dass sie Stuhl-inkontinent wird. Was auch nicht gerade lustig ist. Verbale Beschimpfungen nehme ich einfach mit Humor. Wir pflegende Personen sind ja nicht wirklich gemeint es ist einfach der Verlauf der Krankheit die die Einsichtsfähigkeit in die Realität begrenzt bzw. verschwinden lässt.
Viel Kraft und nehmt Euch die Entgleisungen nicht wirklich zu Herzen. Versucht wenn möglich darüber zu lachen. Nehmt ihn aber trotzdem ernst und versucht ihm seine Würde zu lassen. Was zugegeben nicht wirklich leicht ist. Aber was ist schon leicht in unserem Leben.
Juppi und Kara icon_wink.gif
Verfasst am: 02. 10. 2010
Flipsy

Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
Hallo,
bei meinem Mann kommen die unverständlichen Wutausbrüche auch meist zu Hause in ganz normalen alltäglichen Situationen, wenn wir alleine sind. Ist eine 3. Person dabei richten sich die Schimpfwörter jedoch nur gegen mich. Mittlerweile habe ich mich bereits damit abgefunden und ich versuch das nicht so persönlich zu nehmen. Also cool bleiben. Es gehört wohl einfach zum Krankheitsbild. Ich stelle nur fest, das es viel mit seiner eigenen Unzufriedenheit zusammenhängt. Gestern waren wir auf den Geburtstag meines Schwiegervaters. Es waren alle seine Geschwister mit Anhang da. Wir haben alle im Wohnzimmer gesessen und der Raum war voll. Es ist ja auch eine große Familie. Er war in dieser Runde sehr friedlich. Dafür hat er in der Nacht kaum geschlafen. Heute sind wir beide wieder allein zu Hause und der Tag ist furchtbar. Mein Mann ist nur am schimpfen und hat an allem was auszusetzen. Sein Frust und seine Atacken sind kaum auszuhalten. Ich weiss allerdings nicht, ob da Medikamente eine Lösung sind.
Viele Grüße von Flipsy