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Verfasst am: 04. 07. 2010
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Flipsy
Themenersteller
Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
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Hallo, meinen Mann betreue ich bereits seit 2 1/2 Jahren, denn pflegen kann man eigentlich noch nicht dazu sagen, weil das Waschen , Rasieren und Ankleiden kann er noch allein. Sogar das morgendliche Frühstück vorbereiten, wie Tisch decken, besteht er drauf zu übernehmen. Manchmal helfe ich, denn an manchen Tagen klappt das nicht mehr so gut. Auch das Sprechen fällt ihm schwer. Mit mir allein funktioniert es eigentlich noch gut, aber bei anderen Personen, egal ob Verwandte oder Bekannte klappt es nicht mehr. Wenn ich mich mit jemanden unterhalte, bekommt er nur noch einen Bruchteil davon mit - und das macht ihn wütend. Die sozialen Kontakte brechen dadurch alle weg. Auch lehnt mein Mann es generell ab, von einer anderen Person (außer mir) sich helfen zu lassen. Ich muß immer in seiner Nähe sein. Wir gehen also nur gemeinsam aus dem Haus, z.B. einkaufen, spazieren gehen, sogar bei meinen Artztterminen kommt er mit. Ich kann also nicht mal 2 Stunden allein irgendwohin gehen .
Viele Grüße
von Flipsy
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Verfasst am: 23. 07. 2010
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HeikeBohnes
Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 114
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Hallo Flipsy,
was passiert denn, wenn Sie sich gegenüber Ihrem Mann durchsetzen und "einfach" mal bestimmen, dass Sie alleine weggehen. Es reicht ja aus, wenn jemand mit Ihrem Mann in der Wohnung ist und aufpasst, dass er nichts Gefährliches unternimmt. Ansonsten muss so ein Betreuer ja nicht aufdringlich sein und unbedingt etwas mit Ihrem Mann unternehmen.
Viele Grüße
Heike
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Verfasst am: 23. 07. 2010
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Flipsy
Themenersteller
Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
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Hallo Heike, ich versuche mich jeden Tag irgendwie bei meinem Mann durchzusetzen. Es ist immer etwas schwierig, weil er früher schon sehr dominant war. Mal gelingt es mir gut, mit Hilfe des Neurologen z. B. beim Fahrverbot - er hat es ausgesprochen, und ich muß drauf achten daß ich in Zukunft nur noch mit dem Auto fahre. Wir praktizieren das jetzt schon 1 Jahr lang und mittlerweile gibt es da auch kaum Schwierigkeiten. Wenn ich allerdings mal für 2 bis 3 Std. alleine z. B. zum Friseur fahren will ist er überhaupt nicht mit einverstanden und er lehnt es strikt ab die Zeit mit einer anderen Person zu verbringen, egal ob Verwandte, Bekannte (große Auswahl ist sowieso nicht da, die meisten gehen uns lieber aus dem Weg).
Er betrachtet das wohl als Verrat und beschimpft mich anschließend auf das Übelste( Hexe, Miststück, Arschloch u.s.w.). Einen Pflegedienst lehnt er sowieso ab. Für ihn sind das alles Verbrecher. Deshalb habe ich bis jetzt auch noch keinen Pflegeantrag gestellt.
Viele Grüße
Flipsy
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Verfasst am: 23. 07. 2010
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HeikeBohnes
Dabei seit: 23.04.2009
Beiträge: 114
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Hallo Flipsy,
soll das heißen, er hat noch keine Pflegestufe oder zumindest Anspruch auf das zusätzliche Betreuungsgeld?
Was für eine Art der Demenz hat er denn - eine frontotemporale Demenz?
Ich stelle mir diese Situation nicht nur äußerst belastend, sondern richtig furchtbar vor.
LG Heike
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Verfasst am: 24. 07. 2010
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Juppiu.Kara
Dabei seit: 30.05.2010
Beiträge: 17
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Hallo Flipsy,
der Wiederstand in für uns vernünftig erscheinende Taten und Argumente ist auch bei meiner Frau sehr stark. 10 ml Melperon pro Tag haben das wehren gegen Notwendigkeiten bei meiner Frau in ein erträgliches Maß gebracht.
Allerdings bleibt es bei verbalen Angriffen beim Aus- und Ankleiden. Andere Angriffe kann ich leicht abwehren, da ich erheblich kräftiger als meine Frau bin. Auch wenn diese Angriffe nicht leicht zu ertragen sind, denn ich will ihr ja nichts böses, im Gegeteil. Es ist einfach die Krankheit die die Angst "Was geschieht mit mir" hervorruft und die Einsichtsfähigkeit in Notwendigkeiten die für uns selbstverständlich sind unterbindet. Manchmal habe ich das Gefühl ich bin einfach zu schnell. Sie kommt mit mit ihrer Vorstellungskraft nicht nach. Meistens hilft es wenn ich auf den Wiederstand nicht direkt eingehe sondern es nach ein paar Minuten nochmal versuche. Dann klappt es.javascript:emoticon(' ')
Diskussionen sind meiner Erfahrung nach verlorene Zeit. Wenn sie mich im nächsten Moment in den Arm nimmt ist aller Frust vorbei. javascript:emoticon(' ')
Streicheleinheiten und Körperkontakt fordert sie am liebsten den ganzen Tag und kann es nicht nachvollziehen wenn ich mal ungeduldig werde. javascript:emoticon(' ')Ich nehme sie wenn möglich überall mit hin. Gehe mit ihr auch auf die Damentoilette. Da sie beim Toilettengang Hilfe braucht. Die teilweise empörten Blicke verändern sich wenn ich die Anwesenden über die Krankheit meiner Frau aufkläre.javascript:emoticon(' ')
Viel Kraft und die notwendige Geduld wünscht Dir
Juppi u. Kara
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Verfasst am: 29. 07. 2010
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Flipsy
Themenersteller
Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
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Hallo Heike,
mit der Diagnose frontotemporale Demenz hast Du recht. Das erste was mir bei meinem Mann vor etwa 3-4 Jahren aufgefallen ist, war die Wesensänderung. Wenn ich zurückdenke, geht es ziehmlich schnell mit seiner Leistungsfähigkeit bergab. Nur gut - wir haben eine Vorsorge-vollmacht und ich muss in der nächsten Zeit versuchen, eine Pflegestufe zu beantragen.
Ich bin froh, diese Internetseite gefunden zu haben und hier im Forum endlich meinen Frust loszuwerden.
Viele Grüße Flipsy
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Verfasst am: 29. 07. 2010
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Flipsy
Themenersteller
Dabei seit: 25.05.2010
Beiträge: 11
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Hallo Juppiu.Kara,
beim Lesen Deiner Zeilen stimme ich vollkommen überein. Es trifft alles zu.
Das Diskutieren über irgendwelche Situationen habe ich schon längst aufgegeben.
Bei Wutausbrüchen gehe ich auf Abstand.
Und Streicheleinheiten verteile ich nur bei einem entspannten Gesichtsausdruck.
Meine eigenen Gefühle, wie Ängste, Enttäuschung, Wut, Trauer versuche ich bildlich gesprochen in einen Kasten zu sperren mit einem dicken Schloß. Ist allerdings nicht einfach immer gelassen und cool zu bleiben.
Viele Grüße Flipsy
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.2010 um 18:27.]
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