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Enstspannung: Nur wer sich selbst pflegt, kann auch andere gut pflegen

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Immer wieder trifft man auf Angehörige, die mit ihren Kräften am Ende sind. Und erst dann erkennen sie, dass es so nicht weitergehen kann. Nicht selten leiden manche schon an Verschleißerscheinungen, wie z. B. Rücken- oder Gelenkschmerzenn und können sich gar nicht mehr entspannen. Diesen Menschen kann in der Regel nicht mehr mit „kleinen Alltagstipps“ geholfen werden. Es ist dann eine grundsätzliche Entlastung erforderlich, damit sie sich von ihrer schweren psychischen und oftmals auch körperlichen Belastung erholen können.

Mehr Informationen zum Thema "Entspannung und Selbstpflege bei Demenz" finden Sie in "Leben lernen mit Demenz" .

Führen Sie für sich „Eigenzeiten“ zum Entspannen ein

Wenn Sie in Ihren Alltag kleine „Eigenzeiten“ zum Entspannen einbauen, können Sie die krank machende Belastung der Pflege abmildern. Ihnen wird es wieder gelingen, aufzuatmen und Ihr Angehöriger wird von Ihrem neuen Schwung profitieren.

Manche Vorschläge kann auch Ihr pflegebedürftiger Angehöriger gemeinsam mit Ihnen zum Entspannen nutzen. Lassen Sie hier Ihre Fantasie spielen, um die Vorschläge gegebenenfalls abzuwandeln, damit sie in Ihre spezielle Lebenssituation passen

Vielleicht haben Sie durch den einen oder anderen Vorschlag auch eine ganz neue Idee. Dann setzen Sie sie um. Hier gibt es kein „Falsch“ oder „Richtig“. Entscheidend ist, ob Sie sich entspannen und abschalten können.
Bei den hier gemachten Vorschlägen reichen in der Regel schon 5 bis 10 Minuten des Abstandgewinnens aus. Diese Zeit können Sie sich z. B. immer dann nehmen, wenn Ihr Angehöriger döst oder mit etwas beschäftigt ist.

Nutzen Sie diese Möglichkeiten zur Selbstpflege 

Sorgen Sie für Ihr ganz eigenes Urlaubs-Feeling 

Stellen Sie eine Kiste mit feinem Sand ins Wohnzimmer oder den Flur. Sie können den Sand durch ihre Hände rieseln lassen, und an ihren Urlaub denken. Oder sie zeichnen Figuren in den Sand, wie es bei der Zen-Meditation üblich ist. Im Handel gibt es auch preiswerte „Zen-Gärten“ für den Tisch, die zudem dekorativ sind. Wenn Sie den Platz haben, stellen Sie noch einen Liegestuhl daneben, in den Sie sich einfach mal hineinsetzen oder -legen können. Das erleichtert Ihnen, sich zu entspannen und gedanklich abzuschweifen, z. B. zu Ihrem letzten oder nächsten Urlaub. 
Tipp: Hängen Sie Ihre Urlaubsfotos oder Landschaftsbilder an die Wand, wo die Kiste steht. Wenn Sie eine Pinnwand benutzen, können Sie die Bilder auch je nach Jahreszeit austauschen.

Richten Sie sich eine Nische zum Entspannen ein

Diese Ruheoase können Sie überall einrichten, z. B. im Flur oder im Bad. Dazu kann eine Bank mit Stoffhimmel genauso dienen wie ein Liegestuhl mit Sonnenschirm. Noch schöner ist eine Ecke mit ein paar Pflanzen, einem kleinen Zimmerbrunnen, z. B. mit angenehm duftenden Aromaölen, und einem bequemen Sessel. Hier können Sie zur Besinnung kommen
Tipp: Nutzen Sie als Aromaöl Zitrusdüfte. Diese erfrischen und wecken Ihre Lebensgeister.

Sorgen Sie für Ihre innere Balance

Nutzen Sie ein Gerät für Gleichgewichtsübungen, z. B. einen halbrunden Ball, auf dem Sie sich ausbalancieren müssen, um stehen zu können. Die Konzentration auf Ihre körperliche Balance führt zwangsläufig auch zum Ausgleich Ihrer inneren Balance. So ein Gerät hat in jedem Zimmer Platz und ist leicht in der Anwendung. Geeignet ist auch ein Sitzball, auf dem Sie sitzen und sich ausbalancieren können. Gleichzeitig stabilisieren Sie damit ihren Rücken.
Hören Sie besänftigende Töne in Stresssituationen
Hängen Sie in einer ruhigen Ecke ein Windspiel auf. Wenn Sie das Windspiel durch Berührung bewusst zum Klingen bringen, können die Töne ihre besänftigende Wirkung entfalten. Wenn die Besänftigung nicht funktioniert, können Sie Ihre Anspannungen auch daran „abschlagen“.
Tipp
: Das Windspiel nutzt auch Ihrem dementen Angehörigen. Ist er unruhig, können Sie gemeinsam mit ihm zum Windspiel gehen und es erklingen lassen. Der Effekt kann durchaus überraschend sein.

Richten Sie sich eine „Schmunzelecken“ ein

Mit einem Lachen geht alles besser - auch das Entspannen. Denn Lachen und Frohsinn helfen, selbst unlösbare Konflikte zu meistern. Sie können sich z. B. eine kleine Ecke mit lustigen Postkarten, Karikaturen oder netten Sprüchen und Zitaten, die Sie zum Schmunzeln anregen, einrichten. Kennen Sie z. B. das sinnlose Arztgespräch? 
„Arzt: ,Diese Vergesslichkeit, betrifft Ihr gesamtes Erinnerungsvermögen?’ 
Patient: ,Ja.’
Arzt: ,Auf welche Art greift das in Ihr Erinnerungsvermögen ein?’
Patient: ,Ich vergesse.’
Arzt: ,Sie vergessen. Können Sie mir ein Beispiel geben von etwas, das Sie vergessen haben?’“
Tipp: Kennen Sie den „Wutzettel“? Es handelt sich um ein Blatt Papier, auf dem steht: „Bei Wutanfall: Zettel kräftig zerknüllen und in den Papierkorb werfen!“ Bereiten Sie sich solche Zettel vor, das entlädt.  



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mueller_werner@gmx.de, 21.05.2011:
Gute Tips für einen 90Jähringen Pflegenden.
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